SachsenDie ersten Schwalben sind in Sachsen zurück

Ostern gilt auch als Fest des Lebens und des Neubeginns. Selbst Schwalben scheinen das in ihrem Lebensrhythmus verankert zu haben. Nun kehren viele aus den Winterquartieren zurück.
Leipzig (dpa/sn) - Die ersten Schwalben sind aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück in Sachsen. Drei Rauchschwalben wurden am 31. März am Deutschbaselitzer Großteich östlich von Kamenz gesichtet und bei Ornitho.de - dem Internetportal für Vogelbeobachtungen - gemeldet, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mitteilte. Mit dem Osterfest könnten viele weitere Schwalben im Freistaat eintreffen.
Jubiläum für die Aktion "Schwalben willkommen!"
Mit der Ankunft von Rauch- und Mehlschwalben feiert der NABU Sachsen in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Seit zehn Jahren würdigt er mit der Aktion "Schwalben willkommen" Menschen, die den bedrohten Vögeln ein sicheres Zuhause an und in ihren Gebäuden bieten. Ferner beraten die Experten zu allen Fragen rund um den Schutz der Schwalben. Finanzielle Unterstützung gibt es dafür von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.
Schwalben landen zielsicher am Ort ihres letzten Brutortes
Nach Tausenden von Kilometern Flug finden sich Rauch- und Mehlschwalben an genau den Orten und Brutplätzen wieder ein, wo sie im letzten Jahr lebten, erklärte der NABU. "Leider treffen sie nicht überall auf Akzeptanz, Quartiere sind verschlossen, Fassaden versiegelt und Nester zerstört." Um auf diese Notlage aufmerksam zu machen, habe man 2016 das Projekt "Schwalben willkommen" begonnen.
Mehr als 1.000 Schwalben-Plaketten wurden bereits vergeben
"In den vergangenen zehn Jahren konnten wir sachsenweit weit über 1.000 Plaketten an Privatpersonen, Landwirte und Unternehmen verleihen", zog der Naturschutzbund Bilanz. Die Auszeichnung mit der Plakette "Hier sind Schwalben willkommen" sei mehr als nur ein schönes Schild an der Wand: "Sie ist ein Zeichen für Toleranz gegenüber der Natur. Ob durch das Dulden von Naturnestern, das Anbringen von Kotbrettchen, die naturnahe Gartenbewirtschaftung oder die Bereitstellung von künstlichen Nisthilfen – das Engagement der Sachsen ist entscheidend für den Erhalt der Bestände."
Lage für Schwalben bleibt ernst
Denn trotz aller Erfolge der Mitmachaktion bleibt die Lage nach Darstellung des NABU ernst. "Die Bestände der Schwalben haben deutlich abgenommen." Deshalb bitte mal alle Haus- und Stallbesitzer darum, Schwalben bei sich willkommen zu heißen. Bis in den Mai hinein sei mit ihrer Rückkehr zu rechnen. Für Hilfsmaßnahmen sei es jetzt also nicht zu spät.
Nach Angaben des Naturschutzbundes brüten Rauchschwalben bevorzugt im Inneren von Gebäuden - etwa in Ställen und Scheunen. Man erkennt sie an der kastanienroten Kehle und den langen Schwanzspitzen. Mehlschwalben nutzen die Außenseiten von Gebäuden unter Dachvorsprüngen. Sie haben einen rein weißen Bürzel und einen kürzeren, gegabelten Schwanz. Beide Arten stehen in Deutschland auf der Roten Liste beziehungsweise der Vorwarnliste.