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SachsenZeckensaison beginnt - FSME-Impfquote bleibt niedrig

10.04.2026, 10:00 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Im Frühling werden die Zecken wieder aktiv: Warum Sozialministerin Köpping zur FSME-Impfung rät und weshalb jetzt eine weitere Region in Sachsen als Risikogebiet gilt.

Leipzig (dpa/sn) - Die Zeckensaison hat begonnen - und es werden bereits die ersten Borreliose-Infektionen und FSME-Fälle in Sachsen gemeldet. Wie aus dem epidemiologischen Wochenbericht der Landesuntersuchungsanstalt hervorgeht, wurden bis Ende März 160 Borreliose-Infektionen registriert. Dazu kamen vier Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Seit diesem Jahr gibt es zudem mit Nordsachsen ein neues Risikogebiet im Freistaat. Was man zu Zecken und dem Infektionsrisiko wissen muss und warum die Sozialministerin zum Impfen aufruft:

Ab wann sind Zecken aktiv?

Die Zeckensaison dauert in Deutschland je nach Temperaturen ungefähr von März bis September. Zecken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) ab einer Temperatur von etwa sechs Grad aktiv.

Warum können Zeckenstiche gefährlich sein?

Sowohl die Lyme-Borreliose als auch FSME können von Zecken übertragen werden. Voriges Jahr ist die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle in Sachsen sprunghaft angestiegen - auf rund 2.600 von 1.600 im Jahr davor. Dazu kamen nach Angaben des Sozialministeriums 48 FSME-Erkrankungen.

Welche Symptome treten bei den Infektionen auf?

Borreliose kann sich unter anderem mit Müdigkeit, Leistungsabfall oder Fieber bemerkbar machen. Zudem rötet sich häufig die Haut kreisförmig um die Stelle des Zeckenstichs. Unbehandelt kann eine Infektion zu Gelenk,- Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. FSME beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden, später sind auch Ausfälle im Nervensystem möglich. Für FSME existiert eine Schutzimpfung, Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.

Welche Regionen gelten als Risikogebiete?

Von den 13 Landkreisen und kreisfreien Städten sind nur noch die Stadt und der Landkreis Leipzig nicht als FSME-Risikogebiet eingestuft. Das RKI fügte erst vor wenigen Wochen auch Nordsachsen zu dieser Liste hinzu. Zu Risikogebieten werden laut Sozialministerium Regionen erklärt, in denen für Menschen ein so hohes Erkrankungsrisiko besteht, dass Schutzimpfungen empfohlen werden.

Wie viele Menschen erkranken schwer an FSME?

Das Sozialministerium bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, als "verhältnismäßig gering". Ungefähr jede 100. Zecke trage in Risikogebieten das Virus in sich. Nur bei 10 Prozent der Zeckenstiche komme es zu einer Infektion, die in 70 bis 95 Prozent der Fälle ohne Symptome verlaufe. Allerdings: Etwa ein Prozent der Erkrankten sterbe an der Krankheit.

Ministerin Petra Köpping (SPD) ruft zur Schutzimpfung auf. Im Jahr 2024 verfügten nur 19,5 Prozent der sächsischen Bevölkerung über einen ausreichenden Schutz durch eine zweimalige Impfung. Daten für 2025 lagen noch nicht vor.

Wo kann man sich impfen lassen?

Wer sich impfen lassen will, kann zum Hausarzt gehen. Aber auch Gesundheitsämter bieten in ihren Impfstellen FSME-Impfungen an.

Wird die Impfung von der Krankenversicherung bezahlt?

"Die gesetzlichen Krankenkassen in Sachsen übernehmen laut Schutzimpfungsrichtlinie die Kosten für FSME-Impfungen, wenn diese aufgrund eines Wohnsitzes oder Aufenthalts in einem FSME-Risikogebiet von der Ständigen Impfkommission empfohlen sind", teilte das Sozialministerium mit. Wer in den beiden einzigen Nicht-Risikogebieten wohne, also der Stadt und dem Landkreis Leipzig, könne die Kostenübernahme bei seiner Krankenkasse erfragen.

Quelle: dpa

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