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SachsenSachsens Kassen verteidigen telefonische Krankschreibung

12.02.2026, 04:01 Uhr
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Die telefonische Krankschreibung steht bundesweit in der Kritik. Sachsens Krankenkassen sehen jedoch keine Hinweise auf Missbrauch - und verweisen auf andere Ursachen für hohe Fehlzeiten.

Leipzig (dpa/sn) - Große Krankenkassen in Sachsen stellen sich gegen Forderungen nach Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Das zeigen Rückmeldungen von fünf Krankenversicherungen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund ist die Diskussion über den Krankenstand in Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeregt, die Möglichkeit der telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) auf den Prüfstand zu stellen.

Kassen sehen Vorteile der telefonischen Krankschreibung

Die Techniker Krankenkasse (TK) verteidigt das Verfahren ausdrücklich. "Da die telefonische Krankschreibung auf fünf Kalendertage beschränkt ist und nur ausgestellt werden darf, wenn der oder die Erkrankte in der Praxis bekannt ist und nur leichte Symptome hat, ist sie in der Abwägung eine sinnvolle Alternative zu einem Besuch in der Praxis", erklärte Alexander Krauß, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen.

Auch die DAK-Gesundheit hält die Regelung "grundsätzlich für sinnvoll", insbesondere zur Entlastung der Praxen während Infektionswellen. Eine statistische Auswertung, ob Krankschreibungen telefonisch oder persönlich ausgestellt wurden, sei nicht möglich. Der hohe Krankenstand der vergangenen Jahre sei vielmehr durch "den statistischen Effekt der elektronischen AU-Erfassung seit 2022" sowie durch starke Infektionswellen erklärbar.

Digitale Übermittlung verändert Datengrundlage

Seit 2022 werden Krankmeldungen digital direkt an die Kassen übermittelt - die Einführung erfolgte unter der damaligen Ampel-Regierung. Zuvor gab es keine automatische elektronische Meldung. Nach Darstellung der Krankenkassen werden dadurch heute mehr Fälle statistisch erfasst als früher.

Keine Hinweise auf Missbrauch

Die AOK PLUS erklärte, aus ihren Daten ergäben sich "keine Hinweise darauf, dass die telefonische oder digitale Krankschreibung den Krankenstand erhöht hat". Eine bundesweite Auswertung komme zudem zu dem Ergebnis, dass der Anteil der Telefon-AU lediglich zwischen 0,8 und 1,2 Prozent liege.

Auch die Barmer sieht keinen Zusammenhang zwischen Telefon-AU und Fehlzeiten. "Unsere Auswertungen zeigen keinerlei Hinweise darauf, dass die telefonische Krankschreibung oder die Krankschreibung per Videosprechstunde systematisch missbraucht wird", erklärte Landesgeschäftsführerin Claudia Beutmann. Der Anteil sei zu gering, um die Gesamtentwicklung maßgeblich zu beeinflussen.

Auch die IKK classic (Innungskrankenkasse) verwies auf die engen Voraussetzungen. Eine telefonische Krankschreibung gelte in der Regel für höchstens fünf Tage und setze voraus, dass die Betroffenen in der Praxis bekannt seien und nicht schwer erkrankt sind.

Krankenstand zuletzt leicht rückläufig

Nach Angaben mehrerer Kassen ist der Krankenstand in Sachsen zuletzt leicht gesunken. Als häufigste Ursachen für Arbeitsunfähigkeit nannten sie Atemwegserkrankungen, psychische Leiden sowie Muskel- und Skeletterkrankungen.

Quelle: dpa

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