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SachsenServer-Abwärme ersetzt Gas – Dresdens Fernwärme wird grün

26.03.2026, 16:41 Uhr
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Dresden heizt jetzt mit Server-Abwärme statt Gas: Was hinter dem preisgekrönten Projekt der TU steckt und wie damit Tausende Haushalte grüner werden.

Dresden (dpa/sn) - Die Fernwärme in Dresden soll Schritt für Schritt klimafreundlich und CO2-frei erzeugt werden. Dafür wird nun an der Technischen Universität (TU) Dresden erstmalig die Abwärme von Servern genutzt: Drei Großwärmepumpen wandeln die überflüssige Abwärme der Hochleistungsrechner der Universität in Fernwärme um. Das teilten der Kommunalversorger SachsenEnergie, die TU und der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement gemeinsam mit. Das Vorhaben wurde seit 2023 als eines der ersten Abwärmeprojekte dieser Art in Deutschland realisiert.

Mit einer Gesamtleistung von 3,9 Megawatt könnten so bis zu 24.000 Megawattstunden grüne Wärme pro Jahr erzeugt werden – genug, um etwa 3.700 durchschnittliche Dresdner Haushalte zu versorgen. Im Vergleich zur herkömmlichen Fernwärmerzeugung mit Gas werden damit den Angaben nach rund 2.700 Tonnen CO2 vermieden.

Die nachhaltige Nutzung der Abwärme der Hochleistungsrechner der TU Dresden sei beispielgebend dafür, wie die Landeshauptstadt ihre Klimaziele erreichen könne, betonte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Zugleich zeige das Projekt, wie eine größere Unabhängigkeit von Gas in der Wärmeversorgung erreicht werden könne.

Blaupause für Kommunen, Forschung und Energieversorger

Das Besondere an der Abwärme ist den Angaben nach ihre ganzjährige Verfügbarkeit. "Damit haben wir eine konstant verfügbare Wärmequelle für das Dresdner Fernwärmenetz", erklärte Axel Cunow, Vorstand der SachsenEnergie. Die Wärmepumpen erhöhten die Temperatur des Kühlwassers von bis zu 55 auf rund 90 Grad Celsius und speisten die Wärme ins Fernwärmenetz ein. Besonders in den Sommermonaten könne so zusätzlich die Rückkühlung des Kühlwassers der Rechner vermieden werden, hieß es weiter.

Die Anlage ist Teil eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekts und wurde bereits 2024 mit dem "Energy Efficiency Award" der Deutschen Energie-Agentur ausgezeichnet. Mit der Kombination aus energieeffizientem Rechenzentrumsbetrieb, 100 Prozent erneuerbarem Strom und intelligenter Abwärmenutzung gilt das Projekt als Blaupause für Kommunen, Forschungseinrichtungen und Energieversorger.

Die Investition von rund 4,4 Millionen Euro wird den Angaben zufolge durch Fördermittel des Bundes in Höhe von 2,1 Millionen Euro unterstützt. "Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Wissenschaft und Technologie die Energiewende mit konkreten Lösungen voranbringen", betonte Maike Heitkamp-Mai, Nachhaltigkeitsreferentin der TU Dresden.

Quelle: dpa

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