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Sachsen Siegtor zum Karriereende: Bickel beschert 12. Pokalerfolg

Ein Fußballspieler spielt den Ball.

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB)

Lange war offen, wer den Sachsen-Pokal gewinnt. Dann trifft plötzlich Christian Bickel aus der Distanz. Mit der (fast) letzten Aktion seiner Fußballerlaufbahn beschert er dem Chemnitzer FC den Pott.

Chemnitz (dpa/sn) - Solche Geschichten schreibt wahrscheinlich nur der Fußball. In der 85. Minute des Finals um den Sachsen-Pokal zwischen dem Chemnitzer FC und der BSG Chemie Leipzig fasste sich Christian Bickel ein Herz und hämmerte den Ball aus 20 Metern zum 2:1 (1:1) ins Tor. Eben jener Bickel, der an diesem Tag nicht nur sein letztes Spiel für den CFC machte, sondern das letzte seiner Karriere überhaupt. Die Gesundheit spielt nicht mehr so mit, dass es ungefährlich für den Profifußball reichen könnte.

In der 64. Minute hatte CFC-Trainer Christian Tiffert den 31 Jahre alten Bickel beim Stand von 1:1 auf den Rasen geschickt. Eine Art Abschiedsgeschenk für den Routinier, der seit 2020 für die Chemnitzer spielt. Eine Corona-Erkrankung mit anschließender Herzmuskelentzündung setzt der Karriere des gebürtigen Thüringers ein Ende. Die erste Runde um den DFB-Pokal wird er nun als Zuschauer erleben.

"Das sind immer geile Spiele, ich hab ja schon ein paar im DFB-Pokal gemacht. Ich denke, ich werde im Stadion sein, weil ich denke, dass ich eine Karte bekomme", sagte Bickel am MDR-Mikrofon.

Sein Trainer, der seinen ersten Titel auf dem Chefposten gewann, wusste mit seinen Gefühlen gar nicht wohin. Doch dann fand er für Bickel ein paar Worte. "Unser Spieler, der seine Karriere beendet, schießt das Siegtor. Dass ist einfach Wahnsinn. Selbst wenn er noch überlegt hätte, weiterzumachen, hätte er nach dem Tor sagen müssen: Jetzt ist Schluss", sagte Tiffert.

Etwa 120 000 Euro Antrittsprämie in der ersten DFB-Pokal-Runde, die am nächsten Sonntag ausgelost wird, tun dem Chemnitzer FC gut. Und sie hätten auch den Leipzigern gut zu Gesicht gestanden. Chemie-Trainer Miroslav Jagatic brachte es auf den Punkt: "Dann war der CFC eben um dieses eine Tor besser", sagte er. Und durchaus hätte es auch sein Team sein können, das den Pokal gewinnt. Denn Chancen dafür hatte Chemie in der ausgeglichenen Partie genug. Durch Alexander Bury (17. Minute) war man in Führung gegangen war und hatte durch Dennis Mast (60.) nach Jagatic's Worten eine tausendprozentige Chance, als er allein auf CFC-Torhüter Jakub Jakubov zulief, dann aber an diesem scheiterte.

Im Beisein von CFC-Legende Michael Ballack hatte Mittelfeldmann Tim Camulka (38.) ausgeglichen und danach gleich mehrere gute Möglichkeiten ausgelassen. aber "Mit dem Spiel haben wir vieles wettgemacht. Wir hatten uns in der Liga doch einiges mehr ausgerechnet", sagte Camulka.

Quelle: dpa

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