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SachsenTod eines Säuglings - Gericht zweifelt an Aussage der Mutter

21.08.2026, 11:41 Uhr
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(Foto: André Jahnke/dpa)

Ben Elias aus Leipzig wurde nur sieben Monate alt. Seine Mutter ist wegen Totschlags angeklagt, weist die Vorwürfe aber zurück. Darum hat das Gericht dennoch Zweifel an ihrer Aussage.

Leipzig (dpa/sn) - Im Prozess um den gewaltsamen Tod des sieben Monate alten Ben Elias in Leipzig hat die wegen Totschlags angeklagte Mutter des Jungen die Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich habe Ben zu keinem Zeitpunkt geschüttelt. Ich weiß wie gefährlich das ist", sagte die 24-Jährige vor dem Landgericht Leipzig.

Gutachten: Baby starb an Hirnschäden durch heftiges Schütteln

Die Staatsanwaltschaft wirft der 24-Jährigen vor, ihren Sohn derart stark geschüttelt zu haben, dass er wenig später starb. Laut rechtsmedizinischem Gutachten war der Säugling im April 2024 mit einem erheblichen Kraftaufwand geschüttelt worden und hatte dabei schwere Blutungen im Schädel und Hirnschäden erlitten. Einen Tag später erlag Ben Elias seinen Verletzungen.

Sie habe an dem Tattag ihre damals dreijährige Tochter in den Kindergarten gebracht und dabei den Säugling in der Trage mitgenommen, schilderte die Angeklagte. Gegen 11.00 Uhr habe sie den Jungen gefüttert und wieder hingelegt. Wenig später habe sie bemerkt, dass ihr Sohn blass gewesen sei und einen starren Blick gehabt habe.

Nachbarin hilft bei Reanimation - Baby stirbt in der Klinik

Die Mutter erzählte, wie sie sofort mit der Reanimation begann. Da sie die Rettungskräfte per Notruf nicht erreicht habe, sei sie zur Nachbarin gegangen. Diese übernahm demnach die Rettungsversuche, der Junge kam wieder zu sich und er wurde in eine Klinik gebracht. Woher die schweren Hirnverletzungen und auch ältere Hämatome kamen, konnte sich die Angeklagte nicht erklären.

Gericht zweifelt an Aussage der Mutter - Vater verschwunden

"Diese Geschichte passt nicht zu den medizinischen Befunden", betonte der Vorsitzende Richter. Zudem hatte der Vater des Jungen in seiner polizeilichen Vernehmung angegeben, dass er das Mädchen an dem Tattag zur Kita gebracht hatte und die Angeklagte mit dem Jungen alleine zu Hause war. Der Mann ist zwar als Zeuge geladen, sein derzeitiger Aufenthaltsort konnte aber nicht ermittelt werden.

Für den Prozess hat das Landgericht vier weitere Termine bis zum 9. September angesetzt.

Quelle: dpa

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