SachsenWarnstreiks im Handel – Verdi erhöht Druck auf Arbeitgeber

Sieben Prozent mehr Geld für die Beschäftigten oder doch nur zwei? Während Verdi Druck macht, verspricht der Handelsverband: Für Kunden bleibt alles ruhig. Wer setzt sich am Ende durch?
Leipzig (dpa/sn) - Die Gewerkschaft Verdi hat in den laufenden Tarifverhandlungen im Handel erneut zu Warnstreiks aufgerufen. In Sachsen beteiligten sich am Donnerstagmorgen an mehreren Zentrallagern von Lebensmittelhändlern rund 100 Beschäftigte, wie die Gewerkschaft auf Anfrage mitteilte. In Thüringen sind für diesen Freitag Warnstreiks und eine Kundgebung in Erfurt geplant.
Verdi fordert für die Beschäftigten sieben Prozent mehr Geld, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben zuletzt in einzelnen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent - bei einer Laufzeit von zwei Jahren.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet keine spürbaren Auswirkungen für Kunden durch die Streikaktionen. Die Unternehmen seien gut vorbereitet, die internen Abläufe eingespielt, sagte Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. Er appellierte an die Gewerkschaft, den Fokus darauf zu legen, am Verhandlungstisch Fortschritte zu erzielen, "statt auf Streikaufrufe und öffentliche Eskalation zu setzen".
Die nächste Verhandlungsrunde im Groß- und Außenhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist für den 30. Juni in Dresden angesetzt.