ThüringenAnwalt schweigt im Prozess um versuchte Strafvereitelung

Ein Pflichtverteidiger sitzt auf der Anklagebank: Vor dem Landgericht Gera ist ein Anwalt wegen versuchter Strafvereitelung angeklagt.
Gera (dpa/th) - Ein wegen versuchter Strafvereitelung angeklagter Anwalt für Strafrecht hat zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Gera geschwiegen. Der Angeklagte habe sich nicht zur Sache eingelassen, teilte ein Gerichtssprecher auf Nachfrage mit. Der 51-Jährige war vor einigen Jahren Pflichtverteidiger in einem Verfahren gegen Angehörige der rechtsextremen Szene, die wegen bandenmäßigen Drogenhandels angeklagt waren.
In dem sogenannten Turonen-Prozess soll der Anwalt geraten haben, den Sohn einer Zeugin einzuschüchtern, damit diese ihr zuvor abgegebenes Geständnis widerruft.
Am ersten Verhandlungstag wurden nun nach dem Verlesen der Anklageschrift einige Zeugen gehört. Für den Prozess sind bis Ende Januar noch drei weitere Verhandlungstermine anberaumt. Strafvereitelung kann mit einer Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Im Falle einer Verurteilung könnte dem angeklagten Anwalt auch ein Berufsverbot drohen. Das Gericht kann ein solches anordnen, muss dies aber nicht.