Regionalnachrichten

ThüringenBund fördert Wasserstoffnetz für Lkw in Thüringen

18.03.2026, 14:01 Uhr
Am-Gueterverkehrszentrum-in-Erfurt-soll-eine-Wasserstofftankstelle-fuer-den-Schwerlastverkehr-entstehen

Wasserstoff statt Diesel: Wie ein neues Tankstellenprojekt in Thüringen Spediteuren wirtschaftliche Vorteile verspricht.

Berlin/Erfurt (dpa/th) - Für ein Projekt zum Ausbau der Wasserstoffmobilität in Thüringen stellt der Bund in den nächsten drei Jahren 13,5 Millionen Euro bereit. Ziel des Vorhabens in der Region Erfurt sei es, den Schwerlastverkehr schrittweise auf emissionsfreie Antriebe umzustellen und eine leistungsfähige Infrastruktur aus Wasserstoffproduktion, Transport und Betankung aufzubauen, teilte das Projektkonsortium TH2ECO mit. Zentraler Bestandteil ist demnach der Bau einer Wasserstofftankstelle am Güterverkehrszentrum (GVZ) Erfurt.

Die Anlage solle speziell für Lastwagen ausgelegt sein und schnelles Betanken ermöglichen, hieß es. Parallel sei geplant, Wasserstoff an zwei Standorten in Thüringen zu produzieren und zum GVZ zu transportieren. Perspektivisch soll die Infrastruktur an das bundesweite Wasserstoffnetz angebunden werden.

Zweiter Förderanlauf für das Projekt

Die Förderung erfolgt im Zuge der sogenannten HyPerformer-Initiative, mit der die Bundesregierung Modellregionen für den Einsatz von Wasserstoff im Verkehr unterstützt. Neben Erfurt werden auch die Regionen Stralsund-Rügen und Rhein-Ruhr gefördert. Die drei Regionen waren bereits 2023 als Gewinner eines entsprechenden Wettbewerbs ausgewählt worden. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds lagen die Vorhaben jedoch zunächst auf Eis.

Mit dem Neustart der Förderung sehen die Projektbeteiligten neue Chancen für die Speditions- und Logistikbranche. Wasserstoff könne gerade im Schwerlastverkehr mit hohen Reichweiten eine wirtschaftliche Alternative sein und die Elektromobilität sinnvoll ergänzen, hieß es.

Zudem erhoffen sich die Initiatoren mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und stabilere Energiepreise. Perspektivisch könnten sowohl Treibstoff- als auch Mautkosten unter dem Niveau eines Diesel-Lkw liegen, hieß es. Für Fahrzeuge mit emissionsfreien Antrieben entfällt der CO2-Mautaufschlag.

Perspektiven für die Region

Langfristig soll in Thüringen ein umfassendes Wasserstoff-Ökosystem entstehen – von der Produktion über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung in verschiedenen Sektoren. Neben den Fördermitteln investieren beteiligte Unternehmen nach eigenen Angaben rund 19 Millionen Euro in den Aufbau der Infrastruktur.

Quelle: dpa

Regionales