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ThüringenDeutschlandticket: Nachfrage schwankt nach Preisanstieg

10.03.2026, 04:04 Uhr
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Trotz Preiserhöhung bleibt das Deutschlandticket beliebt – doch wie lange noch? Warum regionale Abos plötzlich wieder attraktiver erscheinen könnten.

Erfurt (dpa/th) - Die Verteuerung des Deutschlandtickets hat in Thüringen offensichtlich für eine kleine Delle bei der Nachfrage gesorgt. Wie bereits bei der letzten Erhöhung Anfang 2025 seien die Verkaufszahlen in diesem Januar zunächst leicht zurückgegangen, erklärte Jennifer Santana vom Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT). Spätestens seit Mitte vergangenen Jahres sei die Nachfrage dann wieder kontinuierlich gestiegen: von rund 139.000 Deutschlandtickets und VMT-Abos im Juli auf etwa 156.500 im Dezember. In diesem Januar sank diese Zahl hingegen wieder um rund 2.000.

"Wir vermuten keinen wetterbedingten Effekt auf das Mobilitätsverhalten, sondern eher Schwankungen aufgrund der Preiserhöhung im Deutschlandticket", so Santana. Selbst sehr schneereiche Winter wie der zurückliegende hätten in der Regel nur wenig Einfluss auf die Abo-Entwicklung.

Saisonale Effekte und steigende Fahrgastzahlen

Grundsätzlich seien saisonale Schwankungen normal, erklärt Hannes Sperling von den SWE Stadtwerke Erfurt. So sei es durchaus spürbar, wenn mit höheren Temperaturen wieder mehr Menschen auf andere Fortbewegungsmittel wie das Fahrrad umstiegen. Insgesamt hätten im vergangenen Jahr fast 61 Millionen Menschen die Busse und Bahnen der Erfurter Verkehrsbetriebe genutzt und damit 2,4 Prozent mehr als noch 2024.

Grundsätzlich gebe es mehrere Faktoren, die sich positiv auf die Nachfrage auswirkten, sagte Sperling. Ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr mache den Umstieg vom Auto im Winter für viele Menschen generell attraktiver. Hinzu kommt ein "wachsendes Bewusstsein für klimafreundliche Mobilität in der Bevölkerung". Letztlich habe sich das Deutschlandticket als einfaches und planbares Angebot mittlerweile etabliert.

Auswirkungen steigender Preise auf die Ticketwahl

Selbstverständlich sei die seit der Einführung stetig wachsende Nachfrage für das Deutschlandticket - das in den meisten Fällen regionalen Abos inzwischen den Rang abgelaufen habe - allerdings nicht, ergänzte Santana vom VMT. "Unsere Fahrgäste schauen schon sehr genau darauf, wie sie am günstigsten unterwegs sein können." Wenn das Deutschlandticket weiterhin kontinuierlich teurer werde, könnten regionale Abos - die etwa die kostenlose Mitnahme von Kindern beinhalten - ab einem gewissen Punkt wohl wieder deutlich gefragter werden. Diese Entscheidung liege aber letztlich bei der Bundesregierung.

Die Preise für das Deutschlandticket sind in den vergangenen Jahren mehrfach angehoben worden - im Januar 2025 von vorher 49 auf 58 Euro. Im Januar 2026 stieg der Preis auf nunmehr 63 Euro. Der Anteil von VMT-Abos am Gesamtvolumen lag dem VMT zufolge in den vergangenen Jahren bei etwa zehn Prozent. Das Deutschlandticket präge die Nachfrage- und Tarifstruktur mittlerweile maßgeblich.

Der Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von 16 Verkehrsunternehmen, 4 Städten und 5 Landkreisen sowie dem Freistaat Thüringen. Das Gebiet des VMT umfasst die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie die Landkreise Gotha, Weimarer Land, Saale-Holzland-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla-Kreis. Fahrgäste können im gesamten Verbundgebiet mit einer Fahrkarte Bus, Zug und Straßenbahn nutzen.

Quelle: dpa

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