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ThüringenHochwasserschutz: Mehr Platz für die Unstrut

17.03.2026, 15:36 Uhr
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(Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbil)

Die Unstrut in Thüringen ist vielerorts durch Deiche gesäumt. Nun soll dem Fluss mehr Raum gegeben werden. Warum es sich um eines der größten Hochwasserschutzprojekte im Freistaat handelt.

Erfurt (dpa/th) - Thüringen bereitet an der Unstrut eines der größten Hochwasserschutzprojekte seit Jahren vor. Die geplanten Kosten bezifferte Umweltminister Tilo Kummer (BSW) in Erfurt mit insgesamt 400 Millionen Euro. Davon würden 60 Prozent vom Bund übernommen, 40 Prozent trage das Land.

Geplant seien unter anderem die Erweiterung und Sanierung des Rückhaltebeckens Straußfurt im Kreis Sömmerda, der Neubau von 20 Kilometern Deichen, aber auch der Rückbau von Deichen auf einer Länger von 26 Kilometern. Allein der Stauraum in Straußfurt solle um zehn Millionen Kubikmeter erhöht werden. "Wir haben es mit einer Genetationenaufgabe zu tun", sagte der Minister.

Baustart Ende 2026 in Straußfurt

Mit der Erhöhung der Staumauer des Rückhaltebeckens soll im vierten Quartal 2026 begonnen werden. Für andere Arbeiten sei der Baustart 2035 geplant. Für die Umsetzung des Großprojekts durch den Norden Thüringens in Richtung Sachsen-Anhalt würden insgesamt 30 Jahre veranschlagt.

Es gehe darum, Ortschaften und ihre Bewohner deutlich besser vor Hochwasser zu schützen. Aber auch die Landwirtschaft solle geschützt werden, auch wenn es künftig größere Bereiche geben wird, die bei Hochwasser überflutet sein könnten. Nach dem Wassergesetz stehe Landwirten bei Ertragsausfällen oder anderen negativen Auswirkungen auf ihre Flächen eine Entschädigung zu. Ein Nebeneffekt des Projekts könnte sein, dass der Grundwasserspiegel wieder steige, weil der Fluss nicht mehr so stark durch Deiche eingegraben sei.

Laut Kummer gibt es an der Unstrut das größte Deichsystem in Thüringen. Es sei seit mehr als 300 Jahren gewachsen und entspreche an vielen Stellen nicht mehr dem Stand des Hochwasserschutzes. "Es besteht dringender Handlungsbedarf." Das Vorhaben sei Teil des nationalen Hochwasserschutzprogramms.

Quelle: dpa

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