ThüringenHörgeschichten machen NS-Widerstand in Thüringen erlebbar

Wie sah Widerstand aus, als die rassistische und antisemitische NS-Ideologie das Leben in Thüringen bestimmte? Ein Audio-Projekt dazu zeigt auch, welche Konsequenzen die Mutigen tragen mussten.
Weimar (dpa/th) - Die drei Frauen in Schmölln wollten nur hungrigen polnischen Zwangsarbeitern mit Essen helfen, und wurden für diese Geste der Menschlichkeit selbst auf Schlimmste vom NS-Regime und der damaligen Gesellschaft bestraft: Solche und andere Beispiele des Widerstands gegen die Nazis aus ganz Thüringen sind Teil eines neuen Audio-Projekts, wie das Weimarer Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus mitteilte.
"Mut, Solidarität und Mitmenschlichkeit"
Mit "Widerstand. Hörgeschichten aus Thüringen 1939-1945" wollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie des Museums Zwangsarbeit im NS historische Fallbeispiele einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Bei den Recherchen dafür wurden sie von Lokalhistorikern, Aktivisten und vielen anderen unterstützt.
Die zwölf kurzen Hörgeschichten "zeugen von Mut, Solidarität und Mitmenschlichkeit während des Zweiten Weltkrieges", hieß es. Zu hören sind die Episoden ab dem 8. Mai online auf einer Website des Museums und im Radio. Die Gedenkstätten und das Museum arbeiten dafür etwa mit Radio Lotte Weimar zusammen.
Auch Installation im Museum geplant
Zudem sei geplant, mit QR-Codes für Smartphones etwa auf Bussen und öffentlichen Gebäuden auf das Projekt aufmerksam zu machen. Zusätzlich soll eine Installation im Museum Zwangsarbeit das Projekt bis zum 18. Oktober begleiten.
Der Zweite Weltkrieg endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, die am 8. Mai 1945 in Kraft trat.