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ThüringenNeuer Forschungsbau: "Leuchtturm für klimaneutrales Bauen"

20.04.2026, 17:03 Uhr
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Für die Zukunft des Bauens wird erst einmal gebaut: In Weimar wurde der Grundstein für ein bundesweit besonderes Innovationszentrum gelegt.

Weimar (dpa/th) - Wie in Zukunft gebaut wird, da soll künftig in einem neuen Zentrum in Weimar erforscht werden. "Heute und in Zukunft werden hier Wissenschaft, Praxis und Politik zusammengebracht, um den Bau- und Gebäudesektor klimaneutral zu gestalten", sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Elisabeth Kaiser, laut Mitteilung bei der Grundsteinlegung für das geplante Gebäude.

Die Grundsteinlegung verdeutliche die gestiegene Innovationskraft Ostdeutschlands. Weimar werde damit zum "Leuchtturm für klimaneutrales Bauen", so Kaiser weiter laut Mitteilung des Thüringer Wirtschaftsministeriums.

Recycling-Verfahren, 3D-Druck und mehr

An der Forschungseinrichtung soll es um Grundlagenforschung bis hin zur anwendungsnahen Entwicklung etwa von Baustoffen und -prozessen gehen. Dazu gehören etwa alternative Rohstoffe, Recycling-Verfahren und der Einsatz von 3D-Druck. In der künftigen Forschungshalle sollen Produkte und Verfahren realitätsnah mit Unternehmen entwickelt und getestet werden können.

"In Weimar entsteht ein Zentrum, das Forschung und Praxis konsequent zusammenbringt – vom Labor direkt auf die Baustelle", sagte Ministerpräsident Mario Voigt. Dort entwickelte Lösungen machten die Bauwirtschaft effizienter und klimafreundlicher. Gerade kleine und mittlere Unternehmen erhielten dort künftig Zugang zu moderner Forschungsinfrastruktur, so Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (auch CDU).

Neubau soll 15 Millionen Euro kosten

Die neue Einrichtung gehört zur bundesweiten Initiative zum Aufbau des Bundesforschungszentrums für klimaschonendes und ressourceneffizientes Bauen. Rund 15 Millionen Euro soll der Neubau im Ortsteil Tröbsdorf mit rund 4.300 Quadratmetern Nutzfläche kosten. Boos-John übergab einen Bescheid über rund 10,6 Millionen Euro an das Institut für Angewandte Bauforschung (IAB Weimar). Bund und Land übernehmen die Fördermillionen zu gleichen Teilen.

Das IAB bündelt im neuen Zentrum mit der Bauhaus-Universität Weimar und der Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA) Kompetenzen. Mehr als 500 Beschäftigte arbeiten bereits in diesem Verbund.

2.600 Branchen-Betriebe in Thüringen

Deutschlandweit erwirtschaftet der Bausektor laut Ministerium einen jährlichen Umsatz von rund 200 Milliarden Euro. In Thüringens zählt die Branche rund 2.600 Betriebe und etwa 24.500 Beschäftigte. Zu den Herausforderungen für den rohstoff- und energieintensiven Sektor gehören etwa der Fachkräftemangel sowie steigende Energie- und Materialkosten.

Quelle: dpa

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