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ThüringenBrand in Erfurt: 24 Menschen verloren ihre Bleibe

05.01.2026, 16:33 Uhr
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In der Silvesternacht hat am Domplatz in Erfurt ein historischer Gebäudekomplex gebrannt. Menschen haben ihre Wohnung verloren, die Stadtverwaltung will die Altstadt künftig besser schützen.

Erfurt (dpa/th) - 24 Menschen haben durch das Feuer in einem historischen Gebäudekomplex in der Silvesternacht in Erfurt ihr Zuhause verloren. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Nach den bisherigen Untersuchungen gehen die Ermittler weiter davon aus, dass Pyrotechnik den Brand entfacht hat. Die Stadtverwaltung kündigte an, dass die Altstadt künftig besser vor Bränden durch Feuerwerkskörper geschützt werden soll.

Ermittlungsergebnisse deuteten darauf hin, dass Pyrotechnik in der Nähe des Brandorts gezündet wurde, teilte die Polizei mit. Über ein Internetportal seien auf Bitten der Polizei zahlreiche Videoaufnahmen aus der Silvesternacht eingegangen. Es seien jedoch noch weitere Ermittlungen am Brandort notwendig.

Statiker haben nun das Wort

Unmittelbar in der Nähe des Erfurter Doms wurden drei historische Gebäude durch den Dachstuhlbrand schwer beschädigt. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) erklärte, "Ich kann nur erahnen, wie schrecklich dieser Verlust für die Bewohner ist." Horn dankte den Einsatzkräften, vor allem den Feuerwehren aus Erfurt, Weimar und Suhl.

Die Gebäude sollen laut Stadtverwaltung zurück in die Verantwortung der Eigentümer gehen, die ihrer Sicherungspflicht nachkommen müssten. Statiker und Sachverständige sind für eine Begutachtung beauftragt worden.

Aufgabe der Stadt sei der Schutz der historischen Altstadt, erklärte Bürgermeisterin Heike Langguth. Zusammen mit dem Land würden die bestehenden Feuerwerksverbotszonen geprüft - es gehe um ihre mögliche Erweiterung.

Bessere Durchsetzung von Verbotszonen

Schon jetzt dürfe Pyrotechnik nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden gezündet werden. "Das betrifft nahezu die komplette Altstadt", so Langguth. Sollten sensible Bereiche nicht unter diese Regeln fallen, müsste nachgebessert werden.

Zum Angebot von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), die Polizei könnte Unterstützung beim Durchsetzen von Böllerverbotszonen geben, sagte Horn: "Wir werden den Einsatz von gemeinsamen Kontrollen zwischen Polizei und Stadtordnungsdienst in Absprache mit der örtlichen Polizei prüfen." Verbesserungsbedarf sieht Horn "bei der Kenntlichmachung feuerwerksfreier Gebiete".

Der Brand hatte die Feuerwehren über Tage beschäftigt. Der Bereich um die Gebäude am Domplatz war zeitweise weiträumig abgesperrt worden. Nach Statikuntersuchungen soll entschieden werden, ob Teile des Gebäudekomplexes abgetragen werden sollen oder ein Abriss notwendig ist. Bewohner wurden in Ausweichquartieren untergebracht.

Quelle: dpa

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