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ThüringenSchloss Reinhardsbrunn: Suche nach möglichen Investoren

11.02.2026, 04:01 Uhr
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Fast neun Millionen Euro steckte das Land schon in den Erhalt von Schloss Reinhardsbrunn. Doch die spannendste Entscheidung steht noch aus. Wie geht es mit dem Denkmal weiter?

Friedrichroda (dpa/th) - Die weitere Zukunft des enteigneten und stark sanierungsbedürftigen Schlosses Reinhardsbrunn ist nach wie vor ungewiss. Eine Entscheidung über die künftige Nutzung der Immobilie stehe weiterhin aus, hieß es aus dem Infrastrukturministerium. Ab diesem Jahr solle die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) im Auftrag des Freistaats aktiv auf potenzielle Investoren und Betreiber zugehen. "Vom Fürstensitz zum Bürgerschloss – das ist die Richtung, die wir für Schloss Reinhardsbrunn einschlagen", sagte Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW).

In einem öffentlichen Ideenwettbewerb waren 55 Arbeiten für die zukünftige Nutzung eingereicht worden. Vorgeschlagen wurden etwa ein Hotelbetrieb, eine Fortbildungsstätte, ein Gästehaus, Gastronomie und ein Ort für Veranstaltungen. Die im vergangenen Jahr eröffnete Schlosskapelle sei ein Muster für die künftige Nutzung des gesamten Areals, betonte der Minister. Die sanierte Kapelle steht bereits seit vergangenem September der Allgemeinheit unter anderem für Konzerte, Gottesdienste und Trauungen zur Verfügung.

Was bisher geschah

Das Land schloss 2025 mit der Stadt Friedrichroda einen Vertrag zur Nutzung von Kapelle und Park. Seither ist der Park tagsüber frei zugänglich und die Kapelle kann zu regelmäßigen Zeiten besichtigt werden. Das Schloss mit dem Park im Landkreis Gotha gehört nach der Enteignung des vorherigen Besitzers seit 2021 dem Land. Der Freistaat investierte seit der Übernahme dem Ministerium zufolge bislang fast neun Millionen Euro in den Erhalt des verfallenen Denkmals. Für weitere Sicherungs- und Sanierungsarbeiten stehen in diesem Jahr rund 1,8 Millionen Euro und im nächsten Jahr mehr als 2,9 Millionen Euro vom Land bereit.

Einer der Schwerpunkte liege auf der Wiederherstellung des denkmalgeschützten Schlossparks. Dazu würden unter anderem die Pflegearbeiten zur Gestaltung des englischen Landschaftsparks fortgesetzt. Zudem sollen verlorene Bäume an ihren historischen Standorten nachgepflanzt werden. Mit der Entfernung von Wildwuchs aus den vergangenen Jahrzehnten seien bereits historische Sichtachsen freigeschnitten und wichtige Parkräume und raumbildende Elemente wieder erlebbar gemacht worden, hieß es.

Spuren der Geschichte freigelegt

Außerdem wurden der Wasserfall und die Bootsanlegestelle am Mühlteich sowie Reste des ehemaligen Badehauses im Mühlgraben freigelegt und dokumentiert. Der sogenannte Mönchstisch, ein steinerner Tisch aus der Klosterzeit, wurde restauriert und an seinem Originalplatz östlich der Kapelle wieder aufgestellt.

An allen Gebäuden der Schlossanlage erfolgen zudem laut dem Ministerium kontinuierlich Sicherungsarbeiten - überwiegend an den Dächern. Im Schloss selbst wurden die originalen Architekturfassungen freigelegt und restauratorisch gesichert. Dabei wurden im Hohen Haus unter vielen Farbschichten große Flächen aus Stuckmarmor sowie gut erhaltene Wandmalereien entdeckt.

Das in seiner heutigen Form zwischen 1827 und 1835 erbaute Schloss umfasst neun Gebäude und einen 15 Hektar großen inneren Park. Es war auf der Ruine des Hausklosters der Thüringer Landgrafen errichtet worden.

Quelle: dpa

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