ThüringenStaatssekretär für mehr Kommunikation in der Wissenschaft

Steffen Teichert ist Physiker und Staatssekretär. Er ist überzeugt: Wissenschaft braucht Übersetzer. Was er von Vereinfachungen in den Medien hält und an politischer Kommunikation kritisiert.
Erfurt (dpa/th) - Nach Ansicht von Thüringens Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Teichert wird die Kommunikation über wissenschaftliche Arbeit immer wichtiger. Das Vertrauen in die Wissenschaft sei spätestens während der Corona-Pandemie ins Wanken geraten, sagte Teichert in einem Interview mit dem "Freien Wort". "Mit Covid ist doch sehr, sehr klar geworden, dass das Verständnis dafür, wie Wissen entsteht, bei vielen Menschen überhaupt nicht da ist."
Vereinfachungen wichtig
Steffen Teichert ist Physiker und war vor seiner politischen Karriere viele Jahre Präsident der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Er wurde vergangenes Jahr zum Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur im Thüringer Kultusministerium ernannt.
Teichert plädierte dafür, in der Wissenschaftskommunikation auch die Methodik stärker zu beleuchten. Außerdem warb er bei Forschern für Verständnis bei Vereinfachungen bei Wissenschaftsthemen etwa in der Medienberichterstattung. Es gehe dann darum, "Dinge für die Allgemeinheit zu übersetzen, wofür Vereinfachungen wichtig sind".
Gefahr von Worthülsen
Seiner Meinung nach habe es auch die Politik schwer in der Kommunikation. "Es gibt ein sehr großes Risiko, sich oder andere im politischen Raum zu beschädigen, wenn jemand eine nicht ganz fertige Idee öffentlich äußert", sagte Teichert der Zeitung. Dies wiederum berge die Gefahr, dass solche Ideen gar nicht mehr geäußert würden "und auf der Straße dann nur noch Worthülsen unterwegs sind".