ThüringenSteuerfahndung: Haftstrafen und Millionen für den Staat

Kryptowährungen und komplexe Tricks: Thüringens Steuerfahnder stoßen auf immer raffiniertere Methoden. Was sie an Steuerhinterziehung im vergangenen Jahr aufdeckten.
Erfurt (dpa/th) - Thüringer Gerichte haben im vergangenen Jahr Freiheitsstrafen von insgesamt 29 Jahren und fünf Monaten gegen Steuerstraftäter verhängt. Darin enthalten sind auch Verfahren, an denen die Steuerfahndung nicht beteiligt war. Allein aufgrund der Arbeit der Thüringer Steuerfahnder summierten sich die verhängten Haftstrafen auf 26 Jahre und zehn Monate, wie das Finanzministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zusätzlich wurden Geldstrafen in Höhe von 340.487 Euro sowie Geldauflagen bei Einstellung der Verfahren von 167.650 Euro festgesetzt.
Thüringens Steuerfahnder sorgten im vergangenen Jahr den Angaben nach für zusätzlich rund 28,7 Millionen Euro in der Landeskasse. Im Vergleich zu 2024 seien damit etwa 3,2 Millionen Euro mehr an den Fiskus geflossen. 2023 wurden etwa 20,4 Millionen an hinterzogenen Steuern aufgespürt.
278 Steuerstrafverfahren im Freistaat
In Thüringen befinden sich die Steuerfahndungsstellen zentralisiert in den Finanzämtern in Gera und in Gotha. Die dort beschäftigten rund 74 Mitarbeiter sollen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufdecken. 2025 prüften die Fahnder 348 Fälle und leiteten 278 Strafverfahren ein. Diese werden von den Staatsanwaltschaften oder den Bußgeld- und Strafsachenstellen der Finanzbehörden geführt.
Finanzministerin Katja Wolf (BSW) sieht die Thüringer Steuerfahndung grundsätzlich gut aufgestellt - auch personell. Offene Stellen würden über Ausschreibungen und gezielte Nachwuchsförderung sukzessive nachbesetzt. Zugleich verwies sie auf wachsende Herausforderungen: Steuerhinterzieher nutzten zunehmend komplexe Finanzstrukturen oder Kryptowährungen, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Die Ermittler müssten daher ihre Methoden und technischen Instrumente kontinuierlich weiterentwickeln.