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ThüringenNabu kritisiert Jagd auf Feldhasen

30.03.2026, 17:53 Uhr
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Feldhasen gelten als gefährdet, dennoch werden sie in Thüringen gejagt. Umweltschützer sehen das kritisch und fordern, den Lebensraum der Tiere aktiv zu verbessern.

Jena (dpa/th) - Der Umweltverband Nabu stellt die Jagd auf Feldhasen in Thüringen infrage. Zwar gehe es den Tieren in einigen Regionen wieder besser. Der Bestand sei aber weit entfernt von früheren Zahlen, so der Verband. Der Feldhase gelte daher weiter als gefährdet. "Trotzdem werden in der jährlichen Thüringer Jagdstrecke über 1.000 Tiere aufgeführt und die Tierart wird nach wie vor aktiv bejagt."

Nach jüngsten Zahlen des Landesjagdverbandes hat sich die Population der Feldhasen erhöht. Im Frühjahr 2025 wurden den Angaben zufolge im Freistaat im Schnitt 15 Feldhasen je 100 Hektar verzeichnet. Im Frühjahr 2024 waren es noch knapp zwölf, im Frühjahr 2022 rund acht Feldhasen je 100 Hektar. Trotz der Zunahme liegt die Zahl weiter unter dem Bundesschnitt.

Ackerrandstreifen und Hecken sollen den Hasen helfen

Der Nabu mahnt eine weiträumige Verbesserung der Lebensräume an. Es gelte mehr Brachen zuzulassen, Ackerrandstreifen anzulegen, Hecken zu pflanzen und zu pflegen sowie die landwirtschaftliche Nutzung zu extensivieren. "Davon profitieren neben dem Feldhasen auch viele andere heimische Tierarten wie Feldlerche und Wiesenpieper, aber auch Bienen und andere Insekten."

Das Land müsse die Artenvielfalt auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen stärker fördern, so die Umweltschützer. Dazu brauche es ein Aktionsprogramm Biodiversität. "Dieses müsste über alle Naturräume und Landnutzungsformen hinweg einen Mindestanteil von zehn Prozent echter ökologischer Vorrangflächen sichern und die dafür notwendigen Förderinstrumente zur dauerhaften Pflege bereitstellen."

Quelle: dpa

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