ThüringenThüringen will Wolfsjagd nach Bundesbeschluss neu regeln

Thüringen will das neue Bundesrecht zum erleichterten Abschuss von Wölfen zügig umsetzen. Zunächst steht aber noch die Zustimmung des Bundesrats aus.
Erfurt (dpa/th) - Thüringen bereitet nach der geplanten Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz Änderungen im Landesrecht vor. Nach Angaben des Umweltministeriums soll nach Inkrafttreten der Neuregelung die Thüringer Jagdzeitenverordnung entsprechend angepasst und ein Managementplan für den Umgang mit den Tieren erarbeitet werden. Der Bundestag hatte zuvor einen erleichterten Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidetieren beschlossen.
Damit können sogenannte Problemwölfe einfacher getötet werden - etwa wenn sie Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. Allerdings muss nach dem Bundestag auch noch der Bundesrat zustimmen, bevor die Neuregelung in Kraft treten kann. Die Länderkammer befasst sich voraussichtlich am 27. März damit. Umweltminister Tilo Kummer (BSW) lobte die Entscheidung als ausgewogene Balance, insbesondere zwischen den Belangen der Weidetierhaltung, der Landschaftspflege und des Artenschutzes.
Nach den Plänen soll eine reguläre Jagdzeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober möglich sein, wenn in der Region der Erhaltungszustand der Population als günstig gilt. Unabhängig davon dürfen Wölfe auch außerhalb dieser Zeit geschossen werden, wenn sie trotz ausreichenden Herdenschutzes Weidetiere töten oder verletzen.
Zugleich bleibt der Wolf weiterhin eine geschützte Tierart. Weidetierhalter sollen weiterhin bei Präventionsmaßnahmen wie Elektrozäunen oder Herdenschutzhunden sowie bei der Entschädigung nach Rissen unterstützt werden. Im Freistaat sind derzeit rund 30 Wölfe nachgewiesen, etwa im Thüringer Wald, dem Hainich und im Altenburger Land.