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ThüringenThüringer Schulen profitieren von neuem Digitalpakt bis 2032

05.05.2026, 15:06 Uhr
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Nicht nur Technik: Der Digitalpakt 2.0 fördert in Thüringen auch digitale Kompetenzen, Unterrichtsentwicklung und die Qualifizierung von Lehrkräften.

Erfurt (dpa/th) - Thüringen treibt die Digitalisierung der Schulen weiter voran. Das Kabinett machte jetzt den Weg frei für die Umsetzung des Digitalpakts 2.0. Die Bund-Länder-Vereinbarung, die von Bildungsminister Christian Tischner (CDU) unterzeichnet werden soll, sieht für den Freistaat rund 112 Millionen Euro vor.

Der Pakt läuft bis Ende 2032 und soll Schulen sowie Schulträgern langfristige Planungssicherheit geben, betonte Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus (CDU). Mit rund 56 Millionen Euro komme die Hälfte der Mittel vom Bund, die übrigen Gelder teilen sich hälftig Land und Schulträger mit jeweils rund 28 Millionen Euro.

Mehr als nur Technik

Im Unterschied zum ersten Digitalpakt, der vor allem die technische Ausstattung finanzierte, setzt die Neuauflage stärker auf die pädagogische Nutzung digitaler Angebote. Aus dem Infrastrukturprogramm werde nunmehr ein Modernisierungs- und Professionalisierungsprogramm. "Es geht künftig nicht nur um das Verlegen von Kabeln", so Althaus. So sollen neben Infrastruktur auch die Unterrichtsentwicklung, die Förderung digitaler Kompetenzen sowie die Qualifizierung von Lehrkräften stärker in den Fokus rücken.

Der Digitalpakt 2.0 basiert laut Althaus auf drei Säulen: dem weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Weiterentwicklung von Schule und Unterricht sowie einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern zur Stärkung digitalen Lehrens und Lernens. Dazu gehöre auch die engere Verzahnung von wissenschaftlicher Forschung und schulischer Praxis.

Schulträger können unter anderem Investitionen in WLAN- und Netzwerkausbau, digitale Präsentationstechnik, mobile Endgeräte für den Unterricht sowie fachspezifische Geräte etwa für den MINT-Bereich beantragen. Auch der Aufbau professioneller IT-Administrationsstrukturen wird gefördert.

Strukturen für die digitale Zukunft

Im Bildungsministerium soll ein Digitalisierungsreferat geschaffen werden, in dem die vorhandene Expertise gezielt gebündelt werden solle, kündigte Althaus an. So könne sichergestellt werden, dass alle Digitalisierungsinitiativen nahtlos ineinandergreifen. Förderfähig sind Projekte rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 - Anträge können bis Ende 2030 gestellt werden. Nach Angaben des Ministeriums soll eine entsprechende Förderrichtlinie nach weiteren Abstimmungen und einer Anhörung der Schulträger in diesem Herbst in Kraft treten.

Der erste Digitalpakt (2019–2024) hatte bereits die Grundlagen für die Digitalisierung gelegt. Mit rund 191 Millionen Euro wurden in Thüringen unter anderem 754 Schulen mit moderner IT-Infrastruktur ausgestattet, mehr als 10.000 Klassenräume digital aufgerüstet sowie zehntausende Geräte für Schüler und Lehrkräfte beschafft. Die zentrale Lernplattform Thüringer Schulcloud wird inzwischen von rund 238.000 Nutzern verwendet.

Quelle: dpa

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