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Indiens HimalayaReise nach Sikkim

05.11.2005, 14:41 Uhr

Im äußersten Nordosten Indiens haben Europäer schnell das Gefühl, in der Schweiz zu sein. Doch ein Blick auf die Höhenmeter in der Landkarte zeigt den Unterschied sofort.

Im äußersten Nordosten Indiens haben Europäer schnell das Gefühl, in der Schweiz zu sein. Doch ein Blick auf die Höhenmeter in der Landkarte zeigt den Unterschied sofort: 2000 bis 3000 Meter sind hier am Rande des indischen Himalaya keine Seltenheit.

Der Kangchenjunga, mit 8586 Metern der dritthöchste Berg der Welt, grüßt während der gesamten Reise stolz herüber. Während Ranjit, der junge Fahrer, den Jeep-Insassen auf unbefestigten Straßen die Angst vor dem ewigen Abgrund nimmt, wird die Luft spürbar dünner. Der Weg in die Himalaya-Berge im Bundesstaat Sikkim führt durch West-Bengalen. Der Jeep mit Ranjit startet dort in der Stadt Kalimpong auf rund 1200 Meter Höhe. Bereits hier ist der Einfluss der Bergvölker Nepals und Tibets deutlich spürbar: In kleinen Garküchen am Straßenrand bereiten sie Momos zu, tibetische Teigtaschen.

Die Fahrt geht entlang des Great Ramgit River. Die Ausläufer der hügeligen Teeplantagen von Darjeeling erstrecken sich hierher bis an die Grenze zu Sikkim und machen unterwegs Lust auf ein Tässchen des weltberühmten Tees. Schließlich erreichen Ranjit und seine Mitfahrer den Grenzposten Melli, wo sich alle anmelden müssen, und später das Grenzstädtchen Jorethang.

Weiter geht es nach Norden durch die dicht bewaldeten Hügel des kleinen indischen Paradieses, inzwischen ist der Great Ramgit River zum Rangit River geworden. Der buddhistische Einfluss wird immer deutlicher: überall kleine und große Stupas, Denkmäler, die Symbole für den Buddhismus sind.

Noch etwas weiter nördlich geht die Fahrt weiter nach Tashiding, wo sich oberhalb des Ortes auf einem Areal von der Größe eines Fußballfeldes weiße und vergoldete Stupas in verschiedenen Größen versammelt haben. Direkt vom Stupa-Feld aus geht die Wanderung weiter hinauf zur nächsten Höhle des alten Meditationsmeisters: Eine Tour, die sich auch wegen des Himalaya-Panoramas unbedingt lohnt.

Von Tashiding nimmt Ranjit die Straße am Rongi River entlang hinauf zum Kloster Rumtek. Es ist eines der kulturellen Schätze Sikkims und Pilgerstätte fast aller Touristen, unweit der Hauptstadt Gangtok gelegen. Es ist schon Abend, als der Jeep Rumtek erreicht. Das mehrere Meter hohe Eisentor, durch das der Weg die letzen Meter hinauf zum Kloster und den kleinen Pensionen führt, öffnet sich, nachdem die Gruppe sich angemeldet hat. Das Kloster wurde 1962 vom 16. Karmapa, einem hohen buddhistischen Lehrer, nach seiner Flucht vor den Chinesen aus Tibet gegründet. Es birgt viele Schätze. Die dort lebenden Mönche öffnen die großen und schweren Türen gerne für Besucher.

Informationen: Indisches Fremdenverkehrsamt, Basler Straße 48, 60329 Frankfurt (Tel.: 069/242 94 90).