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Die Jagd nach dem goldenen BuchAusgepackt: Lohnt sich der Exit-Adventskalender?

17.11.2021, 15:42 Uhr
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Exit-Adventskalender liegen voll im Trend. Lohnt sich "Die Jagd nach dem goldenen Buch"? (Foto: Kosmos)

Exit-Adventskalender sind dieses Jahr extrem gefragt. Sie vereinen Rätseln und Lesen, machen nicht dick und hinterher liegt nichts herum. Klingt praktisch, doch halten sie auch, was sie versprechen? Wir haben den Test gemacht.

Schon länger sind die Exit-Spiele aus dem Kosmos-Verlag Kassenschlager. Da liegt es auf der Hand, auch Adventskalender ins Sortiment aufzunehmen. "Die Jagd nach dem goldenen Buch" bietet 24 Rätselfälle, die den Spieler durch verschiedene Zeiten und Räume schicken und bei denen sich der Spieler erstmal erquizzen muss, welches überhaupt das nächste Türchen ist.

Spoiler-Warnung: Wer sich überraschen lassen will, liest bitte nur die Check-Punkte 1 bis 3.

Check-Punkt 1: Der Preis

Mit der unverbindlichen Preisempfehlung von 29,99 Euro gehört der Exit-Kalender nicht zu den günstigsten Adventskalendern am Markt. Man bekommt ihn aber bei vielen Händlern billiger, wenn er nicht gerade ausverkauft ist, denn er ist ziemlich gefragt. Verglichen mit der Anzahl der Rätsel, die in den kleinen Exit-Spielen von Inka und Markus Brand steckt, liegt der Preis fürs einzelne Quiz etwas höher, vielleicht weil es noch einen Block mit einer Geschichte und einen mit Hinweisen dazu gibt und die Schachtel aufwändig produziert ist. Für einen Kalender, den man streng genommen nur einmal spielen kann und bei dem man keine bleibenden Produkte zurückbehält, ist der Preis schon hoch. Aber er beschäftigt einen auch deutlich länger als manches Spiel zum vergleichbaren Preis oder als mancher Kalender mit Krimskrams, bei dem man ja später doch das meiste wegwirft.

Check-Punkt 2: Die Optik

Der Adventskalender kommt in einer 45 Zentimeter breiten und 33 Zentimeter hohen Schachtel mit 5,5 Zentimetern Tiefe in attraktiver Aufmachung daher. Man muss einen Deckel aufklappen, um die Türchen freizulegen. Aufhängen kann man ihn nicht, aber das wäre auch nicht sinnvoll, weil man ihn oft genug drehen, wenden und manchmal auch in der Wohnung herumtragen muss. Im Inneren der Türchen befinden sich nämlich Abbildungen mit wichtigen Hinweisen. Der Clou ist, dass die kleinen Fächer innen äußerst hübsch bedruckt und wirklich wie Räume gestaltet sind. Da muss man mal ganz schön nah ran, um zu lesen, was zu tun ist. Am besten stellt man ihn auf eine Kommode und lehnt den weichen Deckel an die Wand, damit er oben bleibt. Ein bisschen Platz braucht man schon für den Adventskalender.

Die Optik ist hochwertig mit einem Motiv, das angemessen stimmungsvoll daherkommt, ohne plump auf weihnachtliches Dekor zu setzen. Die jungen Tester (7 und 10) staunten, dass die 24 Türchen nicht mit Zahlen versehen sind. In der Tat ist nur die 1 markiert. Wo's weitergeht, muss man sich erarbeiten. Wer mag, schreibt sich mit einem wasserfesten Stift die Zahlen auf die Türchen. Wer den Kalender fürs nächste Jahr mit einer anderen Familie tauschen will, etwa gegen den Exit-Adventskalender "Die geheimnisvolle Eishöhle" aus dem vergangenen Jahr, klebt besser Sticker mit den Zahlen auf. Die Kalender sind ansonsten zeitlos.

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Check-Punkt 3: Die Umweltbilanz

Der erste Eindruck: Der Kalender kommt nicht besonders umweltfreundlich in einer Plastikumverpackung an. Warum? Man hätte den Klappdeckel auch mit einem kleinen Aufkleber auf dem Schachtelkorpus fixieren können oder einen Umschlag aus Papier als Schutzhülle drumherum packen können.

Dann aber die positive Überraschung: Innendrin ist alles recycelbar. Statt eines Tiefziehteils aus Plastik befindet sich hier eine gefaltete Fächerkonstruktion aus Pappe, die durch die Innen-Bebilderung auch noch hübscher aussieht als das, was man sonst so in Kalendern vorfindet. Vorbildlich!

Auch der Inhalt der Fächer ist löblich plastikfrei. Die Spielmaterialien sind vorwiegend aus Papier oder Pappe. Ein Glöckchen etwa kann man später noch anders weiterverwenden. Kosmos hat darauf verzichtet, Billigversionen von Dingen, die man zusätzlich braucht, beizupacken. Eine Schere sollte ja jeder im Haus haben.

Begeisterte Spieler kennen die Diskussion um die Einweg-Exit-Spiele schon: In der Regel gilt es, Spielmaterial zu zerstören, um an die Lösung zu kommen. Damit kann man die Fälle natürlich nur genau ein Mal lösen. Aber findige Gamer haben längst selbst eine Lösung ersonnen, um die Exit-Spiele nachhaltiger werden zu lassen: Sie fotografieren die Einweg-Materialien vorher ab und zerlegen die Kopien. So bleibt das Originalmaterial intakt und man kann Spiele oder Kalender noch weiterverkaufen oder tauschen.

Check-Punkt 4: Der Inhalt

Was also ist drin im Exit-Adventskalender von Kosmos?

  • 24 kleine "Rätsel"-Fälle, die aus Aufgabenkarten bestehen, oft aber mit kleinen Accessoires daherkommen, mit denen man etwas machen muss. Sie sind schön unterschiedlich, sodass man jeden Tag anders gefordert ist.

  • ein Story-Heft, das jeden Tag die Aufgabe beschreibt, die es zu lösen gilt

  • ein Heft mit Tipps und Lösungen, falls man mal komplett auf der Leitung steht. Nette Idee: Die Hilfe kommt in drei Schritten und wird durch Umklappen des Hilfebogens freigeschaltet. So bekommt man nicht gleich die Lösung verraten, sondern kann sich auch entscheiden, sich erstmal nur einen Stupser in die richtige Richtung geben zu lassen

  • ein Decodierschieber. Wer schon mal ein Exit-Spiel gezockt hat, kennt das Prinzip. Hier sieht es etwas anders aus. Im Grunde funktioniert es so: Man errätselt auf unterhaltsame Weise eine dreistellige Zahl und stellt den Schieber ein. Dann dreht man ihn um und bekommt in drei Schritten aufgezeigt, wo das Türchen mit dem Rätsel des nächsten Tages liegt. Ob man recht hat oder nicht, verrät dann ein dreigliedriger Symbolcode, der sich auch auf dem Türchen befindet. Klingt kompliziert, ist es auch, aber man gewöhnt sich dran.

Was man zusätzlich braucht: Dinge wie Schere oder Faden und ein paar Minuten Zeit für jeden Fall. Die Spieldauer ist lustigerweise mit 24 Tagen angegeben. Aber keine Sorge, man sitzt keinen ganzen Tag an einem Türchen, sondern zwischen zehn Minuten und einer halben Stunde, je nachdem wie groß das Brett vor dem eigenen Kopf ist.

Highlights im Exit-Adventskalender

  • Song-Raten im Tonstudio bei George Michael und Andrew Ridgeley! Anhand von Symbolen soll man drei Songs erraten, die dann wiederum Hinweise für den weiteren Verlauf bieten. Es ist ein Glöckchen beigepackt, am Ende haben wir dann aber dazu noch Gesang angestimmt. So charmant wurden wir noch nie zum Weihnachtsliedersingen motiviert. Ein Riesenspaß für alle Altersklassen

  • Ein Wählscheibentelefon, das echt ganz schön herausfordert, aber großen Spaß bereitet hat. Für die Kids aus Generation Z und jünger dürfte es echt schwer werden. Man muss nämlich wissen, wie sich eine Wählscheibe auf dem Apparat verhält. Ein Grund, Oma und Opa anzurufen!

  • Die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Rätsel: Mal puzzeln wir, mal zeichnen wir, mal müssen wir schnallen, dass wir etwas auf eine bestimmte Weise halten müssen.

  • Dass man immer so schön "out of the box" denken muss. Man muss auch erstmal drauf kommen, dass man etwas vor den Spiegel halten muss, um den nächsten Hinweis zu finden, über den man auch noch mal ordentlich nachdenken muss. Apropos "out of the box": Wenn Sie nicht weiterwissen, schauen sie sich auch die Außenseite des Kalenders an oder graben mal tiefer in den Türchen. Fans der Exit-Spiele kennen das Prinzip, dass selbst die Schachtel Teil der Lösung sein kann.

  • Dass die Türchen nicht nummeriert sind. Einfach nur aufdrücken kann ja jeder.

  • Am schönsten finden wir, dass das Lösen der Exit-Fälle am meisten Spaß macht, wenn man ihn zu mehreren nutzt, mit Freunden oder der Familie, während man auf Weihnachten wartet. Und worum sonst geht's im Advent?

Exit-Adventskalender: Die Kritikpunkte

  • Dass im Haus ein Faden gesucht werden muss, um ein Rätsel lösen zu können und dann bei einem späteren Türchen, als nochmal einer benötigt wird, einer beigepackt ist. Na gut, das verkraftet man.

  • Die zusammenhängende Geschichte ist etwas konstruiert. Wir haben recht schnell vergessen, worum es ging. Aber das goldene Buch des Weihnachtsmannes, das verloren gegangen war, war im Test auch nicht so wichtig.

  • Für Kids, die nicht so gern lesen oder Menschen, die Probleme mit Kleingedrucktem haben, wäre weniger Text unter Umständen eine interessante Option. Bei den Testkindern gab es übrigens einen erstaunlichen Effekt: Die sehr belesene Fünftklässlerin fand die Story nicht literarisch genug und verlor nach Tag 1 das Interesse. Der Zweitklässler hingegen kämpfte sich, nachdem er Blut geleckt hatte, tapfer durch das für sein Lesealter extrem herausfordernde Textwerk und wünscht sich nun noch den Vorjahres-Exit-Adventskalender "Die geheimnisvolle Eishöhle". Insofern geht die Altersempfehlung ab 10 dann schon in Ordnung.

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Fazit zum Exit-Adventskalender von Kosmos

Als umfangreicheres Exit-Spiel ist der Adventskalender "Die Jagd nach dem goldenen Buch" sicher eine gute Wahl für alle, die gern spielen. Es beschleunigt das Lösen der Fälle enorm, wenn man schon mal ein Exit-Game aus dem Hause Kosmos gespielt hat, ist aber keine Voraussetzung. Und zur Not gibt es immer noch das Heft mit den Hilfestellungen.

Wer nach einer Beschäftigung für trübe Adventstage sucht, ist hier goldrichtig. Im Idealfall hat man jeden Tag ein Erfolgserlebnis – wo sonst bekommt man das schon? Wer hingegen chronisch unter Zeitnot leidet oder ein schnelles Geschenk will, kauft besser was, wo man sich morgens nur was Süßes in den Mund stecken muss, bevor man aus dem Haus hechtet.

Fazit: Zwar nicht der preiswerteste Kalender im Spielwarensegment, aber der, der die Familie am längsten gemeinsam beschäftigt hat. Es hat am meisten Spaß gemacht, die Fälle gemeinsam zu lösen – Family-Time, die auch noch das Hirn trainiert.

Quelle: ntv.de