E-Auto günstig ladenAb wann lohnt sich ein Autostromtarif?

Ein Autostromtarif kann die Kosten für das Laden an der heimischen Wallbox senken. Ob er sich rechnet, hängt jedoch von Fahrleistung, Heimladeanteil und möglichen Zusatzkosten ab.
Wer sein Elektroauto zuhause lädt, muss damit rechnen, dass sich das auch auf der Stromrechnung bemerkbar macht. Bei 15.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr kommen schnell mehrere tausend Kilowattstunden zusätzlicher Verbrauch zusammen, die bei Heimladung zusätzlich auf der Stromrechnung auftauchen. Ein spezieller Autostromtarif verspricht günstigere Konditionen für das Laden zu Hause – allerdings sparen E-Auto-Halter damit nicht automatisch.
Entscheidend ist die Gesamtrechnung: Neben dem Preis pro Kilowattstunde zählen auch der Grundpreis, mögliche Kosten für einen zusätzlichen Stromzähler und der Anteil des Stroms, der tatsächlich zu Hause geladen wird. Vor allem bei geringer Fahrleistung können die Fixkosten einen möglichen Preisvorteil aufzehren.
Wie viel Strom braucht ein E-Auto pro Jahr?
Für eine alltagsnahe Kostenrechnung kann inklusive Ladeverlusten mit einem ungefähren Strombedarf von rund 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer gerechnet werden. Das unterscheidet sich natürlich stark zwischen verschiedenen Modellen und Fahrprofilen. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn steigt der Verbrauch, während E-Autos im Stadtverkehr häufig effizienter unterwegs sind. Bei 7.500 Kilometern Fahrleistung ergeben sich so etwa 1.500 Kilowattstunden Ladestrom pro Jahr. Bei 15.000 Kilometern sind es rund 3.000 Kilowattstunden, bei 25.000 Kilometern bereits etwa 5.000 Kilowattstunden.
Nach einer ADAC-Auswertung von Tarifen im Januar 2026 kostete separat abgerechneter Autostrom im Durchschnitt rund drei bis vier Cent weniger pro Kilowattstunde als Haushaltsstrom. Bei 15.000 Kilometern Fahrleistung entspräche das einer Ersparnis von etwa 90 bis 120 Euro im Jahr. Bei 25.000 Kilometern wären es etwa 150 bis 200 Euro – jeweils bevor zusätzliche Grund-, Zähler- und Messkosten berücksichtigt werden.
Passenden Autostromtarif mit E.on finden
Ob ein spezieller Autostromtarif zum Haushalt passt, lässt sich unter anderem über den Tarifberater von E.on prüfen. Das Online-Tool berücksichtigt neben dem Haushaltsverbrauch auch die jährliche Fahrleistung und den Anteil des Stroms, der zu Hause geladen wird. Anschließend werden passende Ökostromtarife des Anbieters vorgeschlagen.
Zur Auswahl stehen je nach Voraussetzungen klassische Haushaltsstromtarife sowie Lösungen, die den Stromverbrauch von Haushalt und Elektroauto gemeinsam abdecken. Bei den Home-&-Drive-Tarifen ist kein zusätzlicher Stromzähler für das Fahrzeug erforderlich. Für E-Auto-Halter, die regelmäßig nachts laden, ist bei ausgewählten Tarifen zudem ein Nachtladebonus von bis zu 240 Euro jährlich möglich. Dafür gelten unter anderem feste Ladezeiten und bestimmte technische Voraussetzungen.
E.on-Tarifberater für E-Autos
Berücksichtigt Haushalts- und Autostrom
Bezieht Fahrleistung und Heimladeanteil ein
Home-&-Drive-Tarife ohne zweiten Zähler
Je nach Tarif Nachtladebonus von bis zu 240 Euro möglich
Wann lohnt sich ein separater Autostromtarif?
Als grobe Orientierung nennt der ADAC eine Fahrleistung von mehr als 10.000 Kilometern pro Jahr. Dann lohnt sich ein separater Autostromtarif. Zusätzlich sollte aber ein großer Teil des Strombedarfs eben auch an der eigenen Wallbox gedeckt werden. Wird überwiegend beim Arbeitgeber oder an öffentlichen Ladesäulen geladen, fällt der Stromverbrauch im heimischen Autostromtarif zu niedrig aus, um dessen Fixkosten auszugleichen. Unterhalb von 10.000 Kilometern ist ein gemeinsamer Stromanschluss für Haushalt und E-Auto häufig günstiger.
Besonders wichtig ist der vorhandene Zählerschrank. Für eine separate Abrechnung und bestimmte reduzierte Netzentgelte wird weiterhin ein eigener Zähler benötigt. Ist kein freier Platz vorhanden, kann ein Umbau laut ADAC je nach Aufwand bis zu 2.000 Euro kosten. Für die Installation des Zählers können weitere 100 bis 200 Euro hinzukommen. Zusätzlich fallen laufende Messkosten an. Ein kleiner Vorteil beim Arbeitspreis würde solche Investitionen erst nach vielen Jahren ausgleichen.
Balkonkraftwerk: eigene Solarenergie als Ergänzung
Neben einem passenden Stromtarif kann auch selbst erzeugter Solarstrom die Ladekosten senken. Ein Balkonkraftwerk versorgt tagsüber zunächst die laufenden Verbraucher im Haushalt und reduziert dadurch den Strombezug aus dem Netz. Für E-Auto-Fahrer ist das besonders interessant, wenn das Fahrzeug regelmäßig tagsüber zu Hause steht oder der Solarstrom mithilfe eines Speichers später genutzt werden kann.
Eine passende Ergänzung für dieses Szenario ist etwa das Duo XL von Kleines Kraftwerk. Das Steckersolargerät besteht aus zwei Solarmodulen mit zusammen 1.000 Watt Peak und speist maximal 800 Watt ins Hausnetz ein. Für das vollständige Laden eines E-Autos reicht diese Leistung nicht aus. Das Balkonkraftwerk kann den Netzbezug beim Laden jedoch verringern und zugleich andere Verbraucher im Haushalt mit selbst erzeugtem Strom versorgen. Es ersetzt damit keinen Autostromtarif, kann die laufenden Stromkosten aber zusätzlich senken.
Die Details:
Solarpanels: 2 x 500 Wp, bifazial
Wechselrichter: Hoymiles HMS-800-2WB (800 Watt)
Halterungen: optional (99 Euro Aufpreis)
Preis: 349 Euro
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Fazit: Autostromtarife rechnen sich vor allem für Vielfahrer
Ein separater Autostromtarif lohnt sich am ehesten bei hoher Fahrleistung, einem großen Heimladeanteil und bereits vorhandener Zählertechnik. Wer mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr elektrisch fährt und regelmäßig an der eigenen Wallbox lädt, sollte die verfügbaren Angebote prüfen. Ausschlaggebend ist jedoch nicht allein der Arbeitspreis, sondern die Summe aller laufenden und einmaligen Kosten.
Bei geringer Fahrleistung, hohen Umbaukosten oder einem niedrigen Heimladeanteil bleibt ein gemeinsamer Tarif für Haushalt und Auto häufig die einfachere Lösung. Kombitarife wie E.on ÖkoStrom Home & Drive setzen keinen zweiten Zähler voraus und können damit eine Alternative zum klassischen Autostromtarif sein. Der mögliche Nachtladebonus ist ein zusätzlicher Vorteil – sollte aber nur berücksichtigt werden, wenn die dazugehörigen Bedingungen zuverlässig zum Ladealltag passen.