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Was ist besser? Pro und Contra: E-Book-Reader vs. echte Bücher

03.02.2026, 12:05 Uhr
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E-Reader bieten heutzutage für jeden Lesetyp und Geldbeutel das passende Display. Doch ersetzen sie auch das gedruckte Buch? (Foto: istockphoto.com / CemSelvi)

E-Book-Reader versprechen tausende Bücher in der Hosentasche. Doch können sie das gedruckte Buch wirklich immer ersetzen? Wir klären Vorteile und Grenzen aktueller E-Book-Reader.

Ein E-Book-Reader ist ein handliches Lesegerät mit elektronischer Tinte (E-Ink), das Bücher digital darstellt. Anders als Tablets oder Smartphones erzeugt die Display-Technologie ein kontrastreiches und blendfreies Leseerlebnis ohne Hintergrundbeleuchtung, das dem Lesen auf Papier erstaunlich nahe kommt. Optional gibt es bei einigen Geräten eine zuschaltbare Beleuchtung. Tausende Titel lassen sich speichern, auch Schriftgröße und Helligkeit anpassen. Doch machen die handlichen Gadgets gedruckte Bücher wirklich überflüssig? Wir werfen einen Blick auf die Vor- und Nachteile von E-Book-Readern.

Mobilität und Funktionsumfang als größte Stärken

Wer regelmäßig pendelt oder auf Reisen ist, kennt das Problem: Mehrere Romane im Gepäck bedeuten Gewicht und Platzmangel. Ein E-Book-Reader wiegt rund 200 Gramm und bietet Platz für mehrere Tausend Titel – die sich zudem jederzeit und überall herunterladen lassen. Spontankäufe, Leseproben oder Bibliotheksausleihen funktionieren direkt vom Gerät aus, ohne Buchhandlung oder Paketlieferung.

Darüber hinaus erweitern praktische Funktionen den Nutzwert erheblich: Die Schriftgröße lässt sich meist stufenlos anpassen, integrierte Wörterbücher klären unbekannte Begriffe auf Knopfdruck, und Markierungen sowie Notizen synchronisieren sich geräteübergreifend. Gerade beim Lernen von Sprachen, in wissenschaftlichen Texten, aber auch für Menschen mit Sehschwäche bieten diese Features echten Mehrwert. Die einstellbare Beleuchtung ermöglicht zudem komfortables Lesen im Dunkeln, ohne andere zu stören – ein Vorteil etwa im Schlafzimmer oder auf nächtlichen Zugfahrten.

Kindle Paperwhite: E-Book-Reader von Amazon

Ein typischer E-Book-Reader ist das Kindle Paperwhite von Amazon. Das Gerät bietet ein sieben Zoll großes, monochromes E-Ink-Display, das aktiv beleuchtet ist. Der Hersteller verspricht dabei bis zu zwölf Wochen Akkulaufzeit, was auch für ausgedehnte Sommerurlaube ohne Ladekabel reichen sollte. Dazu ist das Gehäuse laut Amazon nach IPX8 wasserfest. Damit ist auch ein ungewollter Ausflug in den Hotel-Pool kein Drama für den Reader. Die verbauten 16 Gigabyte Speicher reichen laut Hersteller zudem für tausende Bücher.

In vielen Tests, wie zum Beispiel bei den Kollegen der FAZ, führt das Kindle Paperwhite die Rangliste an. Gelobt werden hier vor allem Performance, Bild- und Verarbeitungsqualität des Gerätes. Auch die komfortable Bindung an den Amazon-Kosmos wird für die Alltagsnutzung gelobt, ist aber aufgrund der mangelnden Offenheit gegenüber E-Leihe und alternativen Buch-Shops auch die größte Schwäche des Amazon-Readers.

Die Details:

  • 7-Zoll E-Ink-Display mit Hintergrundbeleuchtung

  • 12 Wochen Akkulaufzeit (Herstellerangabe)

  • 16 GB Speicher

  • IPX8 wasserfest

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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Anschaffungskosten und digitale Abhängigkeit

Die Einstiegshürde liegt bei E-Book-Readern bei bis zu 200 Euro – je nach Ausstattung und Marke. Diese Investition rechnet sich primär für Vielleser, die häufig zwischen Büchern wechseln oder im Urlaub ungerne viel Papier mitschleppen. Der Hintergrund: E-Books kosten in Deutschland aufgrund der Buchpreisbindung oft nur geringfügig weniger als Taschenbücher. Echte Ersparnisse ergeben sich vor allem durch Bibliotheksangebote (Onleihe), Flatrate-Abos wie Kindle Unlimited oder gezieltes Warten auf Sonderaktionen.

Allerdings bindet man sich mit einem E-Book-Reader häufig an ein digitales Ökosystem: Amazon-Kindle nutzt etwa ein proprietäres Format, andere Anbieter setzen auf Adobe-DRM-Schutz. Ein freier Austausch zwischen Geräten oder das Verleihen an Freunde ist technisch eingeschränkt oder zum Teil sogar unmöglich. Zudem bleiben E-Books einfache Lizenzen – bei Kontosperrung oder Insolvenz eines Anbieters können Titel theoretisch verloren gehen. Gedruckte Bücher lassen sich dagegen jederzeit weiterverkaufen, verschenken oder unbegrenzt verleihen, ohne rechtliche oder technische Hürden im Hinterkopf haben zu müssen.

Tolino Shine: E-Book-Reader ohne Ökosystem-Bindung

Wer die übermäßige Festlegung auf ein geschlossenes, digitales Ökosystem vermeiden möchte, sollte seinen Blick auf die Geräte von Hersteller Tolino richten. Geräte wie die aktuelle Generation des Shine sind nicht an einen einzelnen Shop gebunden. Stattdessen setzt das Tolino-System auf gängige E-Book-Formate (unter anderem EPUB oder PDF) und erlaubt auf diese Weise auch den Bezug von Titeln über verschiedene Partner-Shops sowie je nach Angebot auch über Online-Bibliotheken.

Im Test von chip.de wird beim Shine 5 vor allem die gute Displayqualität, lange Akkulaufzeit und der IPX8-Wasserschutz hervorgehoben – als Kritikpunkte tauchen eher Bedien-Details wie das Fehlen einer Umblättertaste auf. Zudem ist das Gerät laut den Testern etwas langsam beim Öffnen und Laden neuer E-Books.

Die Details:

  • 6-Zoll E-Ink-Display mit Beleuchtung

  • Wochenlange Akkulaufzeit (Herstellerangabe)

  • 16 GB Speicher

  • IPX8 wassergeschützt

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Die Nachteile von E-Book-Readern: Haptik, Sammlerwert und besondere Buchformate

Trotz aller digitalen Vorzüge bleibt das gedruckte Buch in bestimmten Bereichen unschlagbar. Die haptische Erfahrung – das Umblättern, der Papiergeruch, die sichtbare Position im Buch – schafft eine emotionale Bindung, die viele Leser nicht missen möchten. Besonders Sammler oder Menschen, die Bücher als Einrichtungsgegenstände schätzen, werden selten vollständig auf Print verzichten.

Auch das Verschenken funktioniert physisch schlicht authentischer als ein reiner Download-Code. Zudem stoßen E-Reader bei bestimmten Inhalten an technische Grenzen: Bilderbücher, Kunstbände, Comics oder aufwendig gestaltete Kinderbücher verlieren auf den monochromen Displays erheblich an Wirkung. Selbst bei wissenschaftlichen Texten mit Grafiken, Tabellen oder Fußnoten kann die Navigation umständlicher sein als im gedruckten Original.

Wer gerne physische Bücher kauft, sollte diese fünf von uns empfohlenen Titel im Blick behalten:

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Wann sich ein E-Book-Reader tatsächlich auszahlt

Die Anschaffung lohnt sich vor allem für Menschen, die mehrere Bücher pro Monat lesen und häufig unterwegs sind. Pendler genießen die Platzersparnis, Reisende das geringere Gewicht, und wer gerne nachts liest, schätzt das zuschaltbare Licht. Auch bei wenig Platz für große Bibliotheken oder dem Wunsch nach spontanem Zugriff auf neue Titel spielt der Reader seine Stärken aus.

Zusätzlich zahlt sich das Gerät für Nutzer aus, die aktiv mit Texten arbeiten: Studenten, Sprachenlerner oder Menschen mit Seheinschränkungen nutzen Markierungen, Notizen, Wörterbücher und Schriftvergrößerung regelmäßig. Auch wer Bibliotheksdienste oder E-Book-Abos intensiv nutzt, amortisiert den Kaufpreis schneller. Gelegenheitsleser, Sammler oder Fans hochwertiger Bildbände fahren mit gedruckten Büchern meist besser.

Fazit: Ergänzung statt Ersatz

E-Book-Reader und gedruckte Bücher schließen sich nicht gegenseitig aus – sie bedienen unterschiedliche Bedürfnisse. Wer mobil, funktional und platzsparend lesen möchte, findet im Reader ein durchdachtes Werkzeug. Wer Wert auf Haptik, Unabhängigkeit und Sammlerwert legt, bleibt beim physischen Buch besser aufgehoben. Viele Leser kombinieren beide Formate: Reader für unterwegs und Alltagslektüre, Print für besondere Ausgaben und zu Hause. Die Entscheidung hängt letztlich vom persönlichen Leseverhalten, Budget und den individuellen Prioritäten ab.

Quelle: ntv.de