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Neuer Lesestoff gesucht?Preis der Leipziger Buchmesse: Diese Romane sind nominiert 

02.03.2026, 11:53 Uhr Autor-Sebastian-PriggemeierVon Sebastian Priggemeier
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Welcher Roman wird den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 erhalten? (Foto: Amazon/KI-generiert)

Ein gutes Buch ist viel wert, aber gute Bücher zu finden – das ist gar nicht so einfach. Shortlists für Buchpreise sind ein hilfreicher Kompass für alle, die auf der Suche nach anspruchsvollem Lesestoff sind.

Am 19. März wird der Preis der Leipziger Buchmesse 2026 verliehen. Für die Kategorie Belletristik hat die Jury des Preises nun fünf Romane nominiert, von denen einer die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung bekommen wird. Fünf von insgesamt 485 Werken, die laut Buchpreis-Webseite eingereicht wurden. Wir stellen die Romane auf der Shortlist vor, darunter Titel von Helene Bukowski, Anja Kampmann und Katerina Poladjan.

Wer möchte nicht im Leben bleiben

1985 beendet eine junge Pianistin in Neubrandenburg ihr Leben. Viele Jahre später stößt Helene Bukowski auf ihre Geschichte und nähert sich Christina mit großer Sensibilität. Schriftstellerin Bukowski sucht nach Brüchen in Christinas Biografie, nach Momenten der Erschütterung ebenso wie nach Zeiten des Glücks.

Da ist der Vater, der in der Tochter eigene Hoffnungen verwirklicht sehen will, die Mutter mit ihrer Leidenschaft für die Fotografie und das Klavier, das unbeweglich im Wohnzimmer steht. Bukowski folgt Christina nach Berlin an die Spezialschule für Musik, in nüchterne Übungsräume und einen von Disziplin geprägten Alltag. Später führt der Weg nach Moskau ans Konservatorium – durch Regen, durch Schneenächte. Am Ende steht auch die Spur einer Erkrankung, die erst heute benannt werden kann.

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Im ersten Licht

Ein Jahrhundert, gezeichnet von zwei Weltkriegen, bildet den Hintergrund für den Roman von Norbert Gstrein. Der Roman beginnt mit einem Axthieb: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen kriegsuntauglich und bewahrt seinen Sohn damit vor dem Ersten Weltkrieg – und womöglich vor dem Tod.

Adrian, zugleich widerspenstig und empfindsam, trägt diese Erfahrung durch mehr als acht Jahrzehnte. Er erlebt den Zusammenbruch seiner Welt gleich zweimal, begegnet jungen Männern, die weniger Glück hatten als er, und findet im Alter überraschend noch einmal zur Liebe – obwohl er nie gelernt hat, wie die Liebe funktioniert. Autor Norbert Gstrein erzählt von einem Dasein im Schatten von Gewalt und Geschichte und richtet den Blick furchtlos auf die Vergangenheit, um eine Frage der Gegenwart zu stellen: Wie lebt man mit den Folgen der Kriege?

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Die Wut ist ein heller Stern

Hedda hat sich ihren Platz erkämpft: als Artistin im Alkazar auf der Reeperbahn. Doch in den 1930er-Jahren verändert sich die Welt um sie herum. Uniformen tauchen im Publikum auf, Freiräume schrumpfen, und auch im Varieté wird die Lage bedrohlich. Wem kann sie noch vertrauen?

Ihr Bruder Jaan verlässt Hamburg und heuert als Harpunenschmied auf einem Walfänger an, der Kurs auf die Antarktis nimmt. Hedda sucht zugleich nach einem Weg für sich und ihren kleinen Bruder Pauli. Autorin Anja Kampmann erzählt von weiblicher Selbstbehauptung in einer Epoche, die von Männern geprägt ist – eindringlich, atmosphärisch und zugleich von einer gewissen Leichtigkeit getragen.

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Goldstrand

In einer verfallenden Villa in Rom erzählt ein Mann auf der Couch einer Dottoressa von seinem Leben. Der Roman Goldstrand von Katerina Poladjan verknüpft Erinnerungsfragmente zu einem Bild, das Vergangenheit und Gegenwart Europas verbindet.

In den 1950er-Jahren entsteht an der bulgarischen Schwarzmeerküste ein neuer Ferienort: Goldstrand, gedacht als sonniger Ort für alle. Dort wird Eli gezeugt. Jahrzehnte später, nachdem seine Karriere als Filmregisseur ihren Höhepunkt überschritten hat, blickt er zurück. Seine Erzählungen führen durch ein ganzes Jahrhundert und über zahlreiche Orte des Kontinents – von Odessa über Konstantinopel und Warna bis nach Rom.

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Fische im Trüben

Ende des 18. Jahrhunderts folgen Mennoniten aus Westpreußen der Einladung Katharinas der Großen und gründen deutsche Siedlungen im Russischen Zarenreich, vor allem in der heutigen Ukraine, an der Molotschna und auf der Krim. Sie erhalten Land, Selbstverwaltung und Religionsfreiheit. Bis 1917 bleiben ihre Männer aus religiösen Gründen vom Militärdienst befreit.

Elli Unruh erzählt in ihrem Roman, wie diese Ordnung mit der Februarrevolution zusammenbricht. Im Bürgerkrieg verlieren viele Mennoniten Besitz und Heimat. Unter Stalin werden Kirchen und Schulen geschlossen, Gemeinden enteignet und aufgelöst. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 werden die Familien in Regionen hinter dem Ural, nach Sibirien oder Nordkasachstan deportiert; viele sterben an Hunger oder werden als angebliche Verräter hingerichtet, die deutsche Sprache wird untersagt. Erst unter Chruschtschow erfolgt eine Rehabilitierung. Überlebende dürfen Sibirien verlassen und siedeln sich in Kasachstan oder Kirgisien an. Dort leben sie mit anderen Bevölkerungsgruppen zusammen, sprechen Russisch – und bleiben dennoch stigmatisiert.

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Am 19. März ist klar, welcher Titel ausgezeichnet wird

An welchen Roman wird der Buchpreis 2026 wohl gehen? Die Preisverleihung wird am 19. März in der Glashalle der Leipziger Messe stattfinden. Neben der Kategorie Belletristik gibt es noch Auszeichnungen für Bücher aus den Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

Quelle: ntv.de