Benzinpreise egal?Solaranlage und E-Auto: Warum das ein perfektes Match ist

Ein E-Auto mit Strom vom eigenen Dach laden, das senkt die Mobilitätskosten deutlich. Voraussetzung ist eine passend dimensionierte Photovoltaikanlage, besonders wirtschaftlich wird die Kombination mit einem Speicher oder wenn das Auto regelmäßig tagsüber lädt.
Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage ist günstiger als Haushaltsstrom aus dem Netz. Während letzterer für Privathaushalte häufig im Bereich von 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegt, bewegen sich die sogenannten Stromgestehungskosten von PV-Strom deutlich darunter – laut Fraunhofer Institut zwischen sechs und 14 Cent pro kWh. Die logische Folge: Dadurch sinken die Kosten pro gefahrenem Kilometer mit dem E-Auto erheblich.
Entscheidend für die rasche Amortisation einer Solaranlage ist nicht allein die Kombi aus Modulleistung, Ausrichtung und Verschattungsfreiheit, sondern wie viel des erzeugten Stroms tatsächlich selbst genutzt wird. Ein Elektroauto kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen, weil es große Strommengen aufnehmen kann, die sonst ins Netz eingespeist würden.
Um diesen ganzen Faktoren Rechnung zu tragen und nichts bei der Planung zu übersehen, empfiehlt sich eine professionelle PV-Beratung – die gibt es zum Beispiel beim Anbieter Enpal. Mini-Fragebogen ausfüllen, unverbindliches Festpreisangebot erhalten und dann in Abstimmung mit Photovoltaik-Experten entscheiden, ob zum Beispiel ein Solarspeicher sinnvoll ist oder neben einer Wallbox fürs E-Auto auch eine Wärmepumpe zum Heizen infrage kommt.
So funktioniert die Kombi aus PV-Anlage und Wallbox
Technisch ist das Laden eines E-Autos mit Solarstrom unkompliziert: Die Photovoltaikanlage erzeugt Gleichstrom, der Wechselrichter wandelt diesen in Wechselstrom für Haushalt und Wallbox um. Die Wallbox lädt das E-Auto damit dann sicher und geregelt.
Besonders sinnvoll ist eine Wallbox mit PV-Überschussladen. Laut ADAC ermöglicht das eine besonders effiziente Nutzung der erzeugten Energie, reduziert die Stromkosten und trägt zur Schonung der Umwelt bei. So ein smartes Gerät erkennt, wann mehr Solarstrom produziert, als im Haushalt verbraucht wird, und leitet diesen Überschuss bevorzugt in den Fahrzeugakku. Ein vernetztes Energiemanagementsystem inklusive Smart Meter kann zusätzlich Haushaltsverbraucher, Speicher und Wallbox aufeinander abstimmen.
Ohne eine solche Steuerung lädt das E-Auto zwar ebenfalls, zieht aber je nach Situation zusätzlich Netzstrom. Das ist technisch nicht problematisch, reduziert aber den wirtschaftlichen Vorteil des Solarstromladens.
Welche Technik benötigt wird
Für das Laden eines E-Autos mit Solarstrom vom eigenen Dach sind vor allem die folgenden Komponenten wichtig:
PV-Module: Die Anlage sollte groß und leistungsstark genug sein, um neben dem Haushaltsverbrauch auch einen relevanten Anteil des Autostroms zu decken. Für viele Einfamilienhäuser mit E-Auto kommen Anlagen im Bereich von etwa 8 bis 12 kWp infrage.
Wechselrichter: Dieser wandelt den Solarstrom in nutzbaren Wechselstrom um. Bei der Planung muss geprüft werden, ob Leistung und Schnittstellen zur Wallbox und zum Energiemanagement passen.
Wallbox: Für private Haushalte ist eine 11-kW-Wallbox meist ausreichend. Sie lädt über Nacht oder während längerer Standzeiten zuverlässig.
Stromspeicher: Ein Batteriespeicher ist optional, aber in vielen Fällen ratsam. Er kann Solarstrom vom Tag in den Abend verschieben, ist aber nicht automatisch wirtschaftlich. Inwiefern er sich lohnt, hängt auch davon ab, ob es zeitlich möglich ist, den PKW tagsüber mit PV-Überschuss zu laden, oder ob das E-Auto untertags immer unterwegs ist und vor allem nachts geladen wird.
Größe und Kosten für so eine PV-Anlage
Als grobe Orientierung gilt: Pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch im Haus wird mit mindestens einem Kilowattpeak (kWp) PV-Leistung geplant. Ein Haushalt mit 4.000 kWh Stromverbrauch und einem E-Auto mit 3.000 kWh Ladebedarf pro Jahr landet bei sieben kWp. In der Praxis wird häufig etwas größer geplant, sofern Dachfläche und Budget es zulassen.
Wichtig ist dabei das Ladeverhalten: Wer das Auto häufig tagsüber zu Hause lädt, nutzt viel Solarstrom direkt. Wer fast nur abends oder nachts lädt, braucht entweder Netzstrom oder einen Speicher. Letzterer erlaubt es, den Ladevorgang in jene Zeit zu verschieben, in der keine Sonne scheint und folglich kein PV-Strom vom Dach fließt.
Für den Winter sollte nicht zu überdimensioniert geplant werden, um jeden Bedarf vollständig zu decken. In den dunklen Monaten ist der Solarertrag deutlich geringer. Eine Anlage allein auf Winterautarkie auszulegen, wäre sehr teuer und wirtschaftlich selten sinnvoll.
Die Kosten hängen stark vom Dach, dem Aufwand für die Elektroinstallation und der jeweiligen Region innerhalb von Deutschland ab. Als grobe Richtwerte gelten: Eine smarte Elf-kW-Wallbox kostet meist etwa 1.000 bis 1.500 Euro, für Installation und Co. kommen häufig weitere 500 bis 1.500 Euro hinzu. Eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus liegt grob im Bereich von rund 1.200 bis 1.700 Euro pro kWp. Eine Anlage mit acht bis zehn kWp kann damit etwa 10.000 bis 17.000 Euro kosten. Batteriespeicher sind in den letzten Jahren günstiger geworden, machen aber immer noch einen großen Anteil der Kosten aus: Zwischen 3.000 und 6.000 Euro sollten eingeplant werden. Als Investitionssumme für so ein System ist unterm Strich ein Betrag zwischen 14.000 und 26.000 Euro realistisch.
Alternative Balkonkraftwerk: E-Auto-kompatibel?
Ein Balkonkraftwerk ist dramatisch günstiger, kann von Laien selbst installiert sowie angemeldet werden und ist trotzdem leistungsfähig genug, um bei gutem Wetter den Grundbedarf im Haus locker zu decken. Aber reicht der PV-Strom von zwei bis vier Modulen auch aus, um den Akku eines E-Autos zu laden? Die Antwort darauf fällt klar aus: Nein, dafür reicht die PV-Power vom Balkon eindeutig nicht aus.
Ganz anders verhält es sich jedoch mit E-Bikes, Pedelecs und E-Scootern – meint auch das Fachportal PV Insider. Deren Akkus würden mit 500 Wh bis 1.000 Wh viel kleiner ausfallen als beim E-Auto; zudem rufen auch die Ladegeräte eine geringere Leistung ab. Beim Anbieter Kleines Kraftwerk gibt es gerade über 800 Euro Rabatt auf ein passendes Balkonkraftwerk: das XL Quattro mit vier 500-Watt-Modulen und dem neuesten Speicher von Anker.
2.000 Wp PV-Leistung: 4 XL-Module à 500 Watt (bifazial)
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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Fazit: Solarstrom schlägt Netzstrom
Ein E-Auto mit Solarstrom zu laden, das lohnt sich bei regelmäßigem Eigenverbrauch, ausreichend großer PV-Anlage und intelligenter Steuerung. Die laufenden Ladekosten können dann deutlich niedriger ausfallen als beim Fahren mit Strom aus dem Netz; gleichzeitig steigt die Unabhängigkeit von Strompreisschwankungen.
Am besten funktioniert das Konzept, wenn das Fahrzeug oft tagsüber steht und überschüssiger Solarstrom direkt geladen werden kann. Ein Speicher kann vor allem dann helfen, wenn der E-Flitzer in der Regel abends und nachts an den Stecker kommt. Entscheidend ist eine realistische Planung, die Fahrprofil, Haushaltsverbrauch, Dachfläche, Investitionskosten und Fördermöglichkeiten kombiniert betrachtet.