Gartenpflege im FrühjahrVertikutieren: In sieben Schritten zum perfekten grünen Rasen

Wer Moos und Rasenfilz entfernen möchte, kommt am Vertikutieren kaum vorbei. Mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Gerät und einigen grundlegenden Tipps lässt sich die Grünfläche nachhaltig verbessern.
Nach den Wintermonaten zeigt sich der Rasen häufig strapaziert: Moos breitet sich aus, abgestorbene Pflanzenreste bilden eine dichte Filzschicht und das Wachstum wird gehemmt. Vertikutieren gilt als eine der effektivsten Maßnahmen, um die Grasnarbe zu regenerieren und die Fläche wieder aufnahmefähig für Wasser, Luft und Nährstoffe zu machen. Entscheidend sind dabei nicht nur der richtige Zeitpunkt, sondern auch die passende Vorgehensweise und die Wahl des geeigneten Geräts.
Wann ist die beste Zeit zum Vertikutieren?
Der optimale Zeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald der Rasen wieder wächst. In der Regel ist das zwischen März und Mai der Fall, abhängig von Wetter und Region. Auch ein zweiter Durchgang im Herbst kann sinnvoll sein. Wichtige Voraussetzungen:
Boden sollte nicht mehr gefroren sein
Rasen sollte bereits leicht gewachsen sein
Trockene Witterungsphase erleichtert die Arbeit
Zu frühes Vertikutieren kann die Grasnarbe beschädigen, während ein zu später Zeitpunkt das Wachstum unnötig verzögert.
Welcher Vertikutierer passt zur Fläche?
Die Wahl des richtigen Geräts hängt maßgeblich von der Größe des Gartens und dem Zustand des Rasens ab. Grundsätzlich lassen sich folgende Varianten unterscheiden:
Handvertikutierer oder Rasenrechen
Für den manuellen Einsatz auf kleinen Rasenflächen eignen sich sogenannte Vertikutier- oder Rasenrechen wie der von Tolia. Ausgestattet ist er mit Zwei-Seiten-Zinken: Die scharfen Klingen durchtrennen dichten Rasenfilz, während die abgerundeten Zinken zum Aufnehmen von lockerem Laub, Grasschnitt und Wurzeln geeignet sind. Im Set bei Amazon sind zwei rutschfeste Handschuhe enthalten.
38 cm Arbeitsbreite
145 cm verstellbarer Kohlenstoffstahl-Stiel
2 Seiten mit verschiedenen Stahlzähnen
Es sollte natürlich bedacht werden, dass der Handvertikutierer eher für kleinere Flächen ausgelegt ist und sich bei großen Rasenflächen ein mit Strom oder Benzin betriebenes Gerät empfiehlt, da die Arbeit sonst sehr anstrengend wird.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Akku-Vertikutierer
Bei kleineren bis mittelgroßen Flächen lässt sich die Rasenbelüftung mit einem Akku-Vertikutierer schon deutlich bequemer bewerkstelligen. Bestseller Nummer eins bei Amazon ist ein Modell von Einhell. Doch Achtung: Die Lieferung erfolgt hier ohne Akku und Ladegerät, diese sind separat erhältlich.
Arbeitsbreite: 35 cm
Messerwalze mit 16 rotierenden Messern + Lüfterwalze mit 26 Krallen, inklusive Fangsack (28 l)
Lieferung ohne Akku und ohne Ladegerät
Kompatibel mit anderen Power-X-Change-Akkus (36 V)
Elektro-Vertikutierer
Tendenziell mehr Leistung als Akku-Modelle erbringen Vertikutierer mit Elektroantrieb: Bei dem Gartengerät der Marke Ikra sind es satte 2.000 Watt. Für den Betrieb muss eine Steckdose vorhanden sein. Zu den Funktionen zählen neben dem Vertikutieren auch das Lüften des Rasens. Dafür wird entsprechend eine zweite Walze mitgeliefert.
Arbeitsbreite: 40 cm
Leistung: 2.000 W
55 l Fangkorbvolumen
Mit Lüfter- und Vertikutierwalzen
Benzin-Vertikutierer
Der Benzin-Vertikutierer von Einhell ist mit seinem leistungsstarken Viertakt-Motor für den Einsatz auf sehr großen Rasenflächen vorgesehen. Dieser macht im Betrieb sicher mehr Lärm als Hand- oder Akku-Geräte, sodass Nutzer hier unbedingt auf Nachbarn und geltende Ruhezeiten achten sollten.
Arbeitsbreite: 40 cm
Leistung: 4.200 W
Für sehr große Flächen bis 1.200 m²
Mit Fangkorb (45 l)
Schritt für Schritt zum besseren Rasen
Mit den folgenden einfachen Tricks kann das Vertikutieren zu einer lohnenden Maßnahme für einen dichten, gesunden Rasen werden.
Rasen mähen
Eine kurze Grasnarbe erleichtert das Eindringen der Messer.
Vertikutierer einstellen
Die Arbeitstiefe sollte nur wenige Millimeter betragen, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.
Fläche systematisch bearbeiten
Der Rasen wird gleichmäßig in Längs- und Querrichtung bearbeitet.
Rasenfilz entfernen
Herausgelöste Pflanzenreste werden anschließend gründlich entfernt.
Kahle Stellen nachsäen
Offene Flächen lassen sich gezielt mit Rasensamen auffüllen.
Düngen
Nährstoffe unterstützen die Regeneration und das Wachstum.
Bewässern
Ausreichend Wasser ist entscheidend für die anschließende Erholung.
Vorbereitung der Rasenfläche
Vor dem Vertikutieren sollte die Fläche sorgfältig vorbereitet werden. Dazu gehört vor allem ein erster Rasenschnitt. Das Gras wird laut Experten dabei auf eine Höhe von etwa zwei bis vier Zentimetern gekürzt. Zusätzlich empfiehlt sich:
Entfernen von Laub, Ästen und Steinen
Prüfen der Bodenbeschaffenheit
Optionales Düngen einige Wochen vor dem Vertikutieren
Eine gute Vorbereitung führt dazu, dass die Messer des Vertikutierers gleichmäßig arbeiten können.
Nachsorge: So erholt sich der Rasen schnell
Nach der Behandlung benötigt der Rasen Zeit zur Regeneration. In den folgenden Wochen sollte die Fläche besonders gepflegt werden.
Rasen nachsäen: Lücken mit Nachsaatmischungen schließen
Düngen: ein hochwertiger Rasenlangzeitdünger ermöglicht kräftiges Wachstum
Bewässerung: in den ersten Wochen regelmäßig wässern, besonders bei Trockenheit
Bereits nach wenigen Wochen zeigt sich in der Regel ein dichteres und kräftigeres Wachstum.
Vertikutieren ist ein zentraler Bestandteil der Rasenpflege und trägt maßgeblich zu einer gesunden, widerstandsfähigen Grünfläche bei. Mit dem richtigen Zeitpunkt, einer sorgfältigen Vorbereitung und dem passenden Gerät lässt sich die Grasnarbe nachhaltig verbessern. Wer die wichtigsten Schritte beachtet und typische Fehler vermeidet, schafft die Grundlage für einen dichten, gleichmäßig wachsenden Rasen.



