Sicherer Start in die Schulzeit?Was Eltern über Smartwatches für Kinder wissen sollten

Der Schulstart markiert für viele Kinder den ersten Schritt in die Unabhängigkeit. Der kann beängstigend sein – auch für Eltern. Von einer Smartwatch versprechen sich viele mehr Sicherheit. Funktioniert das?
Aktuell genießen die meisten Familien die Ferienzeit, doch schon in wenigen Wochen beginnt in ersten Regionen erneut der Schulalltag – für viele Kinder zum ersten Mal. Was für ABC-Schützen vor allem aufregend und neu ist, treibt vielen Eltern die Sorgenfalten auf die Stirn. Den Nachwuchs erstmals in die Selbstständigkeit des Schulalltags zu entlassen, kann schwer fallen, potenzielle Gefahren und Risiken lauern zumindest gefühlt überall. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Erreichbarkeit ist enorm.
Mehr Sicherheit durch Smartphone oder Smartwatch?
Nicht wenige Eltern erwägen daher, ihren Sprösslingen entgegen aller Expertenempfehlungen das erste eigene Smartphone direkt in die Schultüte zu legen. So sind die Kinder stets erreich- und lokalisierbar. Allerdings erhalten sie auch ungefilterten Zugriff auf das Internet und sind den Ablenkungen eines omnipräsenten Multimedia-Bildschirms ausgesetzt. Das birgt ganz eigene Gefahren, die oft größer sind als die Risiken, die mit der Anschaffung des Geräts eingedämmt werden sollen. Eine sicherere Alternative können Kinder-Smartwatches wie die Xplora X6Play darstellen. Die wurde vom Fachmagazin Chip zum Testsieger gekürt und ist zum Beispiel bei o2 im Verbund mit einem passenden Tarif schon ab einmalig einem Euro erhältlich.
Ortung per GPS
Anruf- und SOS-Funktion
Einfache Bedienung
500 Megabyte Datenvolumen
Anschlusspreis: 9,99 Euro
Vertragslaufzeit: 24 Monate
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Hohe Sicherheit, kaum Ablenkung
Der große Vorteil: Die Smartwatch wird mit einer App auf dem Smartphone der Eltern verbunden und eingerichtet. Auf diese Weise ist die Uhr einerseits jederzeit per Anruf erreich- und via GPS ortbar, auf der anderen Seite lassen sich verfügbare Kontakte und Nutzungszeiten gezielt eingrenzen, um die Ablenkung für Kinder zu minimieren. Die Uhr verfügt über einen SOS-Knopf. Wird der im Notfall fünf Sekunden lang gedrückt, erhalten mindestens zwei hinterlegte Kontakte den aktuellen Standort und einen Anruf aufs Handy.
Kinder können bei Bedarf auch vorgefertigte Nachrichten per SMS versenden. So werden sie langsam und ohne Risiko an die digitale Kommunikation herangeführt. Dabei stellt ein Schulmodus sicher, dass die Uhr während des Unterrichts auf das Anzeigen der Uhrzeit und die Funktionalität des SOS-Knopfes beschränkt wird. Außerhalb dieser Zeiten stehen Funktionen wie ein Taschenrechner, ein Kalender oder auch eine integrierte Kamera für Schnappschüsse zur Verfügung.
Immer in Kontakt, immer unter Kontrolle
Auch ein Schrittzähler ist an Bord. Der belohnt Kinder für viel Bewegung mit digitalen Münzen, die sich gegen Designs und kleine Spiele eintauschen lassen – allerdings nur über ein Smartphone oder einen PC. Auch hier behalten Eltern also die volle Kontrolle. Ebenfalls praktisch: Durch die Festlegung von Sicherheitszonen erhalten Eltern eine Benachrichtigung, sobald Kinder diese verlassen oder betreten, also etwa in der Schule ankommen. Smartwatches wie die Xplora X6Play bieten eine günstige, simple und sehr risikoarme Möglichkeit, immer mit dem Nachwuchs in Verbindung zu bleiben. Das birgt allerdings durchaus auch Nachteile.
Erschwerter Start in die Selbstständigkeit
Ein wichtiger Aspekt der Schulzeit ist das Erlernen von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Durch die Smartwatch sind Mama und Papa jedoch stets nur einen Fingertipp weit weg. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können sich schnell daran gewöhnen, permanent in Kontakt zu bleiben und sich bei jeder Entscheidung und jedem Problem rückzuversichern. Das kann den Weg in die Autonomie erschweren und psychologisch ungesunde Formen annehmen. Hier gilt es, Maß zu halten und die Kontaktaufnahmen auf das Nötigste zu begrenzen.
Zudem sollten Eltern stets Rücksprache mit ihrem Nachwuchs halten und sich vergewissern, dass der mit der permanenten Beaufsichtigung tatsächlich einverstanden ist. Pädagogisch gilt die Helikopterüberwachung laut Kinderschutzbund Landesverband Thüringen nämlich als durchaus umstritten und kann unter bestimmten Umständen sogar die Persönlichkeitsrechte des Kindes einschränken. In diesem Zusammenhang besonders wichtig: Uhren mit Abhörfunktion sind in Deutschland verboten, weil sie die Privatsphäre sowohl des Kindes als auch Dritter verletzen.
Anbieter sammeln Daten und Bewegungsprofile
Auch das Thema Datenschutz sollte bei der Anschaffung einer Kinder-Smartwatch Berücksichtigung finden. Die Gadgets erfassen permanent Ortungs- und je nach Modell auch Vitaldaten. Die werden in der Regel auf Servern der jeweiligen Hersteller verarbeitet. Damit es hier nicht zu Missbrauch oder Datenlecks kommt, sollte bei der Wahl der Uhr auf die Seriosität und den Sitz des jeweiligen Anbieters geachtet werden.
Smartwatch ja, Überwachung nein?
Wer sein Kind mit einer Smartwatch lediglich an den digitalen Alltag heranführen und ihm eine harmlosere Vorstufe des Smartphones bieten möchte, dabei aber vollständig auf den Überwachungsaspekt verzichten kann, sollte auf ein Modell ohne oder mit stark eingeschränkten Kommunikations-Features zurückgreifen. Die gibt es oft schon für wenig Geld. Ein gut ausgestattetes Modell zum moderaten Kostenpunkt ist etwa die Tobi-Robot-Kinder-Smartwatch von Little Tikes.
Die ist mit einer Kamera und zahlreichen Lern- und Bewegungsspielen ausgestattet, die Kinder zum Nachdenken und Herumtoben animieren. Aufgenommene Fotos und Videos sowie Sprachnachrichten und Emojis lassen sich drahtlos an andere Tobi-Robot-Smartwatches in unmittelbarer Nähe senden. Solche Uhren sind mehr Spielzeug als Smartphone-Ersatz, können aber die ersten Bitten um ein eigenes Handy erst einmal verstummen lassen – sollten allerdings auch nicht mit in die Schule genommen werden.
Kinder-Smartwatch kaufen? Abwägungssache
Wie sinnvoll die Anschaffung einer Kinder-Smartwatch ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Viel mehr gilt es, das eigene Sicherheitsbedürfnis gegen die eventuellen Nachteile abzuwägen. Wer sich im Alltag stark um seinen Nachwuchs sorgt, kann von den Möglichkeiten einer Kinder-Smartwatch profitieren, ohne seine Sprösslinge den umfassenden Risiken eines Smartphones auszusetzen. Dabei sollten die Überwachungsmaßnahmen aber mit dem Kind abgesprochen sein und die Kommunikation im Alltag auf ein gesundes Maß beschränkt bleiben. Die Förderung der Selbstständigkeit sollte stets oberste Priorität behalten.
Bei älteren Kindern kann die Smartwatch eine sinnvolle Vorstufe zum ersten eigenen Smartphone sein. Mit einem solchen Gerät können sie den verantwortungsvollen Umgang mit digitaler Kommunikation erlernen und beweisen und erste Vorteile moderner Vernetzung nutzen, ohne den schädlichen Einflüssen Sozialer Medien und den Gefahren des Internets ausgesetzt zu werden. Wichtig ist, dass zu den Anschaffungskosten der Smartwatch stets noch die Gebühren für einen passenden Mobilfunktarif hinzukommen, weshalb sich der Kauf entsprechender Bundles lohnen kann.
