Rasenpflege bei RegenwetterWas tun, wenn der Rasen dauerhaft nass ist?

Steht Wasser nach jedem Regenschauer auf dem Rasen, oder bleibt der Boden tagelang aufgeweicht, steckt häufig eine Verdichtung im Untergrund dahinter. Gerade mit Blick auf die angekündigte Regenwoche lohnt es sich, frühzeitig gegenzusteuern.
Dauerhafter Regen stellt viele Gärten auf die Probe. Wenn der Rasen auch Tage nach einem Schauer noch matschig ist oder sich regelmäßig Pfützen bilden, leidet nicht nur die Optik. Die Graswurzeln bekommen weniger Sauerstoff, Moos breitet sich aus und kahle Stellen entstehen schneller. Besonders häufig betroffen sind schwere Lehm- und Tonböden. Hier kann Wasser schlechter versickern, sodass Staunässe entsteht. Eine der wirksamsten Maßnahmen ist das sogenannte Aerifizieren.
Dauerhaft nasser Rasen: Diese Maßnahmen helfen
1. Aerifizieren: Die wichtigste Maßnahme gegen Staunässe
Bleibt Wasser nach Regenfällen lange auf der Oberfläche stehen, ist häufig ein verdichteter Boden die Ursache. Beim Aerifizieren werden kleine Löcher in den Untergrund eingebracht. Dadurch gelangen Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe wieder besser an die Graswurzeln, während Regenwasser leichter versickern kann.
Wer nur eine kleine bis mittelgroße Rasenfläche besitzt, kann Staunässe oft bereits mit einem Hand-Aerifizierer bekämpfen. Das Modell von Walensee arbeitet mit 15 Stahl-Spikes und lockert verdichtete Bereiche gezielt auf. Preislich liegt das Gerät im mittleren Bereich und eignet sich vor allem für Gartenbesitzer, die regelmäßig nacharbeiten möchten.
Hand-Aerifizierer für kleinere Flächen
Mit T-Griff und Fußstangen-Hebelwirkung
Ideal bei punktueller Bodenverdichtung
Preisbereich: im befristeten Angebot rund 36 Euro
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
2. Den Boden sanden
Wer Staunässe dauerhaft reduzieren möchte, sollte nach dem Aerifizieren feinen Quarz- oder Rasensand auf der Fläche verteilen. Der Sand füllt die entstandenen Löcher und ermöglicht, dass Wasser künftig besser in tiefere Bodenschichten abfließen kann. Besonders bei lehmhaltigen Böden gilt das Sanden als eine der effektivsten Maßnahmen gegen wiederkehrende Pfützenbildung.
Für die Rasenpflege eignen sich spezielle Rasensande, die eine feine Körnung besitzen und sich gleichmäßig verteilen lassen. Die Kosten liegen je nach Menge meist zwischen zehn und 20 Euro pro 25-Kilogramm-Sack. Bei größeren Flächen sollten mehrere Säcke eingeplant werden.
Ideale Ergänzung zum Aerifizieren
Verbessert die Wasserdurchlässigkeit des Bodens
Besonders sinnvoll bei Lehm- und Tonböden
Kostenpunkt: meist 10 bis 20 Euro je 25 kg
3. Moos und Rasenfilz entfernen
Feuchte Böden fördern nicht nur Staunässe, sondern auch die Bildung von Moos und Rasenfilz. Beides verhindert, dass Wasser gleichmäßig versickert. Ein Vertikutierer oder Rasenlüfter kann helfen, die Grasnarbe wieder durchlässiger zu machen.
Für größere Flächen eignet sich eine Komplettlösung wie der Elektro-Vertikutierer-Lüfter GE-SA 1435/1. Das Gerät kombiniert Vertikutierer und Lüfter in einem Gehäuse und eignet sich besonders für mittelgroße Gärten. Mit Preisen um 130 Euro zählt es zu den erschwinglichen Allroundern.
Vertikutierer und Lüfter in einem Gerät
Für regelmäßige Rasenpflege geeignet
Entfernt Moos und Filz
Preisbereich: etwa 130 Euro
4. Nach dem Regen: Kahle Stellen nachsäen und anwalzen
Längere Regenphasen hinterlassen oft beschädigte oder ausgedünnte Bereiche im Rasen. Nach einer Nachsaat kann eine Rasenwalze dabei helfen, den Kontakt zwischen Samen und Boden zu verbessern. Die Juskys-Rasenwalze Fritz kann wahlweise mit Wasser oder Sand befüllt werden und unterstützt eine gleichmäßigere Bearbeitung der Rasenfläche. Preislich liegt das Modell bei rund 50 Euro.
Unterstützt Nachsaaten
Für Bodenpflege und Ausgleich von Unebenheiten
Befüllbar für mehr Gewicht
Preisbereich: im befristeten Angebot rund 50 Euro
Woran lässt sich ein verdichteter Boden erkennen?
Ein dauerhaft nasser Rasen ist meist kein Problem des Wetters allein, sondern ein Hinweis auf verdichtete Böden und eine unzureichende Wasserableitung.
Typische Warnsignale sind:
Wasser bleibt lange auf der Oberfläche stehen
Der Boden wirkt hart und kompakt
Moos breitet sich zunehmend aus
Der Rasen wächst ungleichmäßig
Nach Regen entstehen regelmäßig Pfützen
Die Fläche fühlt sich selbst nach mehreren trockenen Tagen noch weich an
Gerade bei anhaltend feuchter Witterung lohnt es sich, frühzeitig gegenzusteuern. Besonders das Aerifizieren in Kombination mit anschließendem Sanden kann die Bodenstruktur verbessern und Staunässe reduzieren. Ergänzend tragen Vertikutierer oder Rasenlüfter dazu bei, Moos und Filz zu entfernen und die Grasnarbe durchlässiger zu machen. Das schafft gute Voraussetzungen für einen belastbaren Rasen, der nach Regenperioden schneller trocknet.



