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Toben ohne ReueZecken beim Hund: Diese Mittel sagen den Viechern den Kampf an

29.04.2026, 11:09 Uhr
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Wer gern im Gras tobt, holt sich ab und an eine Zecke ein. (Foto: Imago / Cavan Images)

Für Hunde sind Zecken genauso gefährlich wie für uns Menschen. Aber wie können Besitzer die kleinen Vierbeiner möglichst gut schützen?

Trotz dickem Fell sind auch Vierbeiner leider nicht vor Parasiten wie Zecken geschützt. Im Gegenteil: Beim Wühlen, Toben und Räkeln in der Natur fangen sich Hunde schnell eine Zecke ein, der Biss ist unter dem Fell dann nicht leicht zu finden. Wie beim Menschen können die Viecher mit ihrem Biss Krankheitserreger übertragen. Halsbänder, Sprays und Tabletten sollen helfen, aber nicht jedes Mittel eignet sich für das eigene Haustier. Wir verraten, mit welchen Präparaten die Süßen gegen Zecken gewappnet sind und welche Nebenwirkungen zu beachten sind.

Spot on: Wenige Tropfen, langfristiger Schutz

Mit einer Spot-On-Behandlung sind Hunde bis zu zwölf Wochen gegen Zecken und oftmals auch gegen weitere Parasiten wie Flöhe geschützt. Der Wirkstoff wird mittels einer Pipette in den Nacken getropft und wirkt bei einigen Herstellern sofort, bei anderen ist eine kurze Wirkzeit zu beachten.

  • Spot-On gegen Zecken, Flöhe und Haarlinge

  • Laut Hersteller bis zu 4 Wochen Schutz

  • Wirkung sobald der Parasit die Haut berührt, nicht erst beim Biss

  • Wirkt nur äußerlich

  • Wirkstoff: Fipronil

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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Das ist bei den Tropfen zu beachten: Stiftung Warentest hat bei Ursula von Einem, Veterinärin und Pressesprecherin beim Bundesverband Praktizierender Tierärzte, nachgefragt. Sie weist bei Spot-On-Behandlungen auf Hautreizungen als mögliche Nebenwirkung hin. Nach der Applikation sollte die Stelle also beobachtet werden. Nebenwirkungen wie Kreislaufschwäche oder Zittern fallen eher bei einer Überdosierung oder direktem Abschlecken an.

Wichtig: Die Tropfen kommen in den Nacken, wo der Hund mit der eigenen Zunge nicht rankommt, ist ein zweites Tier oder kleines Kind im Haushalt, erst einmal trennen, bis der Wirkstoff aufgenommen ist. Beim Auftragen sind zudem Handschuhe wichtig.

Einige Wirkstoffe können schädlich für Fische, Meerestiere oder Katzen sein. Ist ein Kontakt möglich, vorher die Packungshinweise beachten oder den Wirkstoff recherchieren.

Zeckenfrei dank Kautabletten

Eine Lösung von innen bieten Kautabletten. Hier sind Handhabung und Kontakt zu anderen Menschen und Tieren kein Problem. Jedoch weist die Veterinärin gegenüber Stiftung Warentest darauf hin, dass der Wirkstoff dann erst nach dem Biss der Zecke wirkt. Im schlimmsten Fall sind Krankheitserreger schon übertragen.

  • Eine Tablette bietet laut Hersteller etwa einen Monat Schutz

  • Schützt gegen Zecken und Flöhe

  • Laut Hersteller für Hunde mit MDR1-Gendefekt geeignet

  • Wirkstoff: Afoxolaner

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Hinweis: Der Tier-Profi gibt an, dass die Tabletten Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit oder Erbrechen haben können. Nach der ersten Einnahme sollte der Hund definitiv beobachtet werden. Zudem sei die Tablettengabe mit einigen Wirkstoffen bei Hunderassen mit erhöhtem Risiko für einen MDR1-Gendefekt wie Border Collies oder Australian Shepherds vorher ärztlich abzusprechen.

Zur Wirksamkeit der Zeckenmittel

Die Veterinärin schwört auf Zeckenmittel mit chemischen Wirkstoffen. Die in Deutschland angebotenen Hilfsmittel seien allesamt wirksam. Der Wirkstoff muss auf der Packung angegeben sein, so etwa Permethrin, Imidacloprid oder Fipronil. Es gibt zudem zahlreiche Mittel mit natürlichem Wirkstoff auf dem Markt, diese funktionieren etwa über den Geruch und schrecken Zecken und Co. ab. Wenn Hunde schlecht auf chemische Wirkstoffe reagieren, sind natürliche Helfer einen Versuch wert. Es lohnt sich, vorher Rezensionen zu beachten, nicht immer überzeugen die Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Es gibt auch Sprays, die wie bei denen für Menschen mit ätherischen Ölen funktionieren und durch den Duft Zecken und Co. abhalten sollen. Davon rät die Veterinärin eher ab, denn diese müssen jeden Tag frisch und gründlich aufgetragen werden. Zudem kann der starke Geruch für Hunde unangenehm sein, da diese einen deutlich ausgeprägteren Geruchssinn als Menschen haben.

Ein No-Go im Zeckenschutz sind laut Profi Hausmittel oder fragwürdige Produkte wie Ultraschall-Anhänger. Die Wirksamkeit ist meist weder belegt noch vorhanden. Wer sein Tier wirklich schützen möchte, greift zu harmlosen (chemischen) Mitteln mit bewiesener Wirkung.

Welche Hunde brauchen einen Zeckenschutz?

Zeckenschutzmittel bieten keinen 100-prozentigen Schutz. Das Absuchen von Mensch und Tier ist nach dem Aufenthalt in der Natur unabdingbar. Ob ein zusätzliches, präventives Mittel notwendig ist, hängt von einigen Faktoren wie der Fellfarbe und -dichte ab oder eben der Gassi-Route. Eine Zeckenzange, die die Parasiten schonend entfernt, darf in keinem Haushalt fehlen.

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Wichtig: Beim Entfernen einer Zecke gilt wie immer, dass diese mit Kopf und vorsichtig entfernt werden muss. Wird sie dabei zerquetscht oder der Kopf bleibt hängen, kann sie noch Erreger abgeben, und es entsteht ein Infektionsrisiko.

So bleibt der Hund zeckenfrei

Mit einem Zeckenmittel mit chemischem Wirkstoff, wie einem Spot-On oder einer Tablette, sind Hunde schon gut gewappnet für das Toben in der Natur. Bei der Anwendung sollte jedoch auf Packungshinweise geachtet und der Hund nach der ersten Behandlung beobachtet werden. Das Absuchen nach dem Spaziergang wird damit jedoch nicht überflüssig, auch wenn es bei Hunden mit dichtem, dunklem Fell keine leichte Aufgabe ist. Immerhin kann sich immer mal eine Zecke trotzdem auf die Haut verirren. Wer ohnehin eher in der Stadt unterwegs ist oder den hellen, kleinen Hund schnell abgesucht hat, kann auch auf eine präventive Zeckenbehandlung verzichten. Da die meisten Mittel jedoch auch gegen weitere Parasiten wie Flöhe helfen, kann sich die regelmäßige Anwendung lohnen.

Quelle: ntv.de