Sport
Mittwoch, 07. Juli 2010

Kraken-Experte beruhigt DFB-Fans: Orakel Paul ist nicht unfehlbar

Die deutschen Fankurven können doch aufatmen: Deutschland hat trotz der vorhergesagten Niederlage des Oberhausener Kraken-Orakels gute Chancen, den Einzug ins WM-Finale zu schaffen. Ein Experte sagt: Auch Oktopusse können irren.

Orakel Oktopus Paul bei der Arbeit.
Orakel Oktopus Paul bei der Arbeit.(Foto: APN)

Erleichterung in Fußball-Deutschland: Der führende Tintenfisch-Forscher Deutschlands, der Greifswalder Biologe Volker Miske, gab kurz vor dem WM-Halbfinale Deutschland gegen Spanien Entwarnung. Bei dem Aufbau des Oberhausener Orakels mit Paul der Krake gebe es zu viele Unsicherheiten. Das Orakel habe keinen "wasserdichten" Aussagewert, fand Miske tröstende Worte für die deutschen Fans. Oktopus Paul hatte am Dienstag einen Spanien-Sieg vorhergesagt und Deutschland an den Rand einer nationalen Depression geführt. Bei dieser WM hat sich Paul schließlich noch nie geirrt.

Krake Paul "riecht" allerdings nicht das Ergebnis des nächsten Deutschlandspiels, sondern der Drang nach Nahrung sei die wichtigste Triebfeder seiner "Wahlentscheidung". Geringste Geschmacksspuren an der Muschelbox könnten ausreichen, dass sich Paul schon allein aus diesem Grund für eine Kiste entscheide, sagte der Biologe. "Die Saugnapfbesetzten Arme der Kraken sind mit sensiblen Geschmackssinneszellen ausgestattet." Auch sonderten Muscheln in ihren Atemwasserströmen Gerüche ab, die die Entscheidung des Kraken maßgeblich beeinflussen können. Aus einer weniger verschlossenen Kiste "dufte" es natürlich verlockender. "Und Muscheln gehören zu den Lieblingsspeisen der Kraken. Da reicht es schon aus, dass eine Muschel etwas größer als die andere ist."

Tintenfische hätten zudem auch einen guten Gesichtssinn und können vermutlich sogar polarisiertes Licht sehen. Ob Kraken jedoch genau wie die Menschen Farben sehen können, sei noch unklar: "Es gibt Untersuchungen, die daraufhin deuten, dass Kraken keine Farben sehen."

Für den Tintenfischforscher ist das Orakel auch aus statistischer Sicht fragwürdig. Um belastbare Untersuchungsergebnisse zu erhalten, müsse ein Versuch standardisiert und vielfach wiederholt werden. Krake Paul aber wählt nur einmal zwischen den beiden Boxen.

Quelle: n-tv.de