Schwimm-WM entzogenOK-Chef begeht Selbstmord
Der Präsident des Organisationskomitees der Schwimm-Weltmeisterschaften in Montreal, Yvon DesRochers, hat sich nach dem Entzug der WM offenbar das Leben genommen.
Der Präsident des Organisationskomitees der Schwimm-Weltmeisterschaften in Montreal, Yvon DesRochers, ist am Mittwoch tot aufgefunden worden. DesRochers beging Presseberichten zufolge Selbstmord. Das Organisationskomitee, dem die WM-Ausrichtung wegen finanzieller Probleme am 19. Januar vom Weltverband Fina entzogen worden war, bestätigte den Tod des 59-Jährigen.
Der zweifache Familienvater, der seit dem WM-Entzug hart in der Kritik stand, hat sich einem Bericht von Radio Canada zufolge in Montreal in seinem Auto mit einer Waffe selbst gerichtet. Die Polizei verhängte zunächst eine Nachrichtensperre.
"Wir möchten die Hingabe hervorheben, mit der er die Organisation der WM vorangetrieben hat", erklärte das OK in einer Stellungnahme. Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zeigte sich "sehr betroffen". Der Belgier befindet sich zur Zeit in Whistler/Kanada, um die Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver zu besichtigen.
Zuletzt klaffte in Montreals WM-Gesamtbudget von 39 Mio. Euro eine Lücke von umgerechnet rund 6,5 Mio. Euro. Bei einer außerordentlichen Sitzung der Fina in Frankfurt/Main wurden der Olympiastadt von 1976 die Titelkämpfe daraufhin entzogen. Neben dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) mit Berlin bewarben sich auch Athen - dort sind alle Wettkampfanlagen der Olympischen Spiele 2004 noch vorhanden - und Moskau für die WM. Unabhängig von DesRochers Tod und den finanziellen Problemen kämpft Montreals Bürgermeister Gerald Tremblay weiterhin um die Zusage für eine Ausrichtung.
Die WM soll vom 17. bis zum 31. Juli stattfinden. Moskau gilt mittlerweile als Favorit für die kurzfristige Übernahme der Titelkämpfe im Schwimmen, Wasserspringen, Wasserball, Synchronschwimmen und Langstreckenschwimmen. Zur weltweit drittgrößten WM nach Fußball und Leichtathletik werden über 2000 Teilnehmer aus mehr als 170 Nationen erwartet. Eine Entscheidung über den Austragungsort will die Fina bis spätestens 15. Februar fällen.