Massiver PreisverfallChina stockt Goldreserven deutlich auf – höchster Wert seit zweieinhalb Jahren

Chinas Zentralbank nutzt den massiven Preisverfall bei Gold: Sie stockte ihre Reserven im Juni so stark auf wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr.
Die Goldbestände wuchsen um 480.000 Feinunzen (je 31,1 Gramm) auf nun 75,44 Millionen Feinunzen, wie aus offiziellen Daten hervorging. Der Zukauf von umgerechnet fast 15 Tonnen war der größte monatliche Anstieg seit Oktober 2023. Es war zudem der 20. Monat in Folge, in dem die Notenbank ihre Goldreserven aufstockte.
Die Käufe erfolgten, nachdem der Goldpreis im Juni um 11,65 Prozent eingebrochen war und damit den stärksten monatlichen Verlust seit Oktober 2008 verzeichnet hatte. Ein starker Dollar und die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen länger hochhalten könnte, belasteten den Preis. Infolge des Preissturzes sank der Wert der chinesischen Goldreserven trotz der Zukäufe deutlich: von 340,75 Milliarden Dollar im Mai auf 303,72 Milliarden Dollar Ende Juni.
Hongkong will derweil den Goldhandel stärken. Die dortigen Behörden führten am Dienstag ein zentrales Clearing-System für Gold ein. Auch wurde der Handel mit Gold-Futures in US-Dollar wieder aufgenommen. Die Stadt prüft außerdem die Einführung von Gold-Futures in Yuan, um sich zu einem regionalen Reservezentrum für das Edelmetall zu entwickeln. "Wenn Gold der sichere Hafen der Welt ist, dann wird Hongkong ihr sicherer Hafen sein", sagte der Regierungschef der Stadt, John Lee, auf einer Investorenkonferenz. Er fügte hinzu, dass es steuerliche Anreize für den Goldhandel und die Goldabwicklung geben werde.
Hongkong versucht im Wettbewerb mit Singapur, vom steigenden globalen Interesse an Gold zu profitieren. Der Grund: Viele Investoren suchen aufgrund von Markt- und geopolitischen Unsicherheiten nach Alternativen zum US-Dollar.