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Forderung aus der WirtschaftDeutsche Industrie drängt auf schnellen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien

23.03.2026, 12:19 Uhr
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(Foto: picture alliance / Zoonar)

Die deutsche Industrie pocht auf einen schnellen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien.

"Im Mittelpunkt des Abkommens müssen vollständige Zollsenkungen in allen Industriebereichen stehen", sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, am Montag. Auch der Handel mit Dienstleistungen müsse erleichtert werden. Australien sei ein verlässlicher Partner in unsicheren Zeiten. Der Industrieverband BDI hofft auf einen besseren Marktzugang für europäische Unternehmen aus den Sektoren Automobil, Maschinenbau und Konsumgüter.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist diese Woche in Australien. Zuletzt hatten beide Seiten bereits Fortschritte bei den Handelsgesprächen signalisiert, es wird mit einem baldigen Abschluss gerechnet. 2023 waren die Verhandlungen noch gescheitert. Grund dafür waren vor allem Unstimmigkeiten über Importquoten für Fleischprodukte aus Australien in die Europäische Union. Die Verhandlungen wurden 2018 aufgenommen.

BDI-Experte Wolfgang Nierdermark sagte, eine Verständigung würde insbesondere den Zugang zu strategisch wichtigen Mineralien und Rohstoffen verbessern. Als Beispiele nannte er Lithium, Kobalt, Seltene Erden sowie Wasserstoff. "Australien ist aktuell der weltweit größte Produzent von Lithium und verfügt außerdem mit über die größten Kupferreserven der Welt." Auch wenn bislang nur knapp ein Prozent der deutschen Exporte nach Australien gingen, würde es eine Annäherung an die transpazifische Freihandelszone CPTPP geben.

Der Warenhandel zwischen der EU und Australien hatte 2025 ein Volumen von insgesamt 47,2 Milliarden Euro. Dabei verzeichnete die EU einen Überschuss von 26,5 Milliarden Euro. Bei den Dienstleistungen belief sich das Handelsvolumen im Jahr 2023 auf 38,1 Milliarden Euro. Auch hier entfiel auf die EU ein Überschuss, er betrug 17,9 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, rts

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