Abstimmung im EU-ParlamentEuropaabgeordneter hält Einführung des digitalen Euro bis 2029 für möglich

Vor einer Abstimmung im EU-Parlament zum digitalen Euro hat sich der deutsche Europaabgeordnete Damian Boeselager (Volt) sich optimistisch über eine Einführung im Jahr 2029 geäußert.
Sollten sich die Unterhändler von Parlament und EU-Ländern bis Ende dieses Jahres einigen können, sei eine Einführung zum 1. Januar 2029 "noch möglich", sagte Boeselager am Montag zu Journalisten. Der Finanzausschuss stimmt am Dienstag über die Parlamentsposition zum digitalen Euro ab.
Boeselager ist einer der Verhandlungsführer des Parlaments bei diesem Thema. Der Rat der EU-Länder hatte seine Position bereits im Dezember beschlossen, die Entscheidung des Parlaments steht nocha us. Beim digitalen Euro handelt es sich um eine Art digitales Bargeld, mit dem per App bezahlt werden kann - auch ohne Internetverbindung. Boeselager sprach von einer "verschleppten Digitalisierung", die "vielleicht schon hätte länger passieren müssen".
Sobald die Parlamentsposition feststeht, können die Verhandlungen beginnen. Mögliche Streitpunkte dürften die Gebühr sein, die Händler und Banken für die Nutzung des digitalen Euros entrichten müssen. Auch die Höchstmenge an digitalem Bargeld, die im digitalen Geldbeutel mitgeführt werden dürfen, ist umstritten.
Die Einführung einer digitalen Gemeinschaftswährung wird seit Jahren in der EU diskutiert. Der digitale Euro soll die europäische Souveränität im Finanzbereich sichern. Die elektronische Version der Währung wäre in Geschäften, online oder von Mensch zu Mensch kostenlos nutzbar. Befürworter des digitalen Euros argumentieren, er würde Europäer bei Online-Zahlungen unabhängiger von Kreditkarten oder Bezahlsystemen wie Paypal machen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte das Projekt vor rund sechs Jahren erstmals vorgestellt.