Seit 2022 in HaftFamilie: Journalist in China zu langer Haftstrafe verurteilt

Ein Pekinger Gericht hat einen bekannten chinesischen Journalisten wegen angeblicher Spionage nach Angaben seiner Familie zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Das Strafmaß sei bereits am Freitag verlesen worden, doch hätten weder Dongs Anwälte noch seine Angehörigen eine Kopie von dem Urteil erhalten, hieß es in einer Erklärung. Dong war als stellvertretender Redaktionsleiter der Tageszeitung "Guangming Daily" tätig, eines der fünf wichtigsten staatlichen Blätter in der Volksrepublik. Der Journalist schrieb zudem Beiträge für die chinesische Ausgabe der "New York Times".
Während eines Treffens mit einem japanischen Diplomaten in einem Restaurant im Februar 2022 wurde Dong von der Polizei abgeführt. Seitdem sitzt er in Haft. In dem jüngsten Urteil seien der damalige japanische Botschafter in China, Hideo Tarumi, und der in Shanghai ansässige ranghohe Diplomat Masaru Okada als Agenten bezeichnet worden, die einem Spionagering angehörten, erklärte Dongs Familie.
In seinen Artikeln hatte Dong Unterstützung für die konstitutionelle Demokratie als Staatsform sowie für politische Reformen bekundet, was später als konträr zur Haltung der kommunistischen Führung eingestuft wurde. Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit unterhielt er Kontakte zu ausländischen Diplomaten, Wissenschaftlern und Kollegen. Mit Tarumi - dem damaligen Botschafter - verband ihn nach Angaben seiner Familie eine Freundschaft.
Seine Angehörigen erklärten, dass Dong stets bewusst gewesen sei, dass er unter Beobachtung der chinesischen Staatssicherheit stehe. Daher habe er sich bei Treffen mit japanischen und amerikanischen Kontakten um größtmögliche Transparenz bemüht. Der US-Botschafter in China, Nicholas Burns, kritisierte die Verurteilung Dongs.