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Hohe Zinsen und BaukostenIfo: Mehr Stornierungen und steigender Auftragsmangel im Wohnungsbau

16.10.2023, 09:54 Uhr
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Neubauwohnungen entstehen. (Foto: Axel Heimken/dpa)

Die Stornierungswelle und der Mangel an Neuaufträgen setzen den Bauunternehmen in Deutschland immer mehr zu. Im September seien 21,4 Prozent der Firmen von stornierten Projekten im Wohnungsbau betroffen, nach 20,7 Prozent im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut zu einer Umfrage mitteilte.

"Viele Projekte sind wegen der höheren Zinsen und gestiegenen Baukosten nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die Wohnungen, die heute nicht begonnen werden, werden uns in zwei Jahren auf dem Mietmarkt fehlen."

Auch die Klagen über einen Auftragsmangel in der Branche werden immer lauter: Derzeit zeigen sich 46,6 Prozent der Firmen davon betroffen, nach 44,2 Prozent im August. "Das ist eine Verdreifachung innerhalb der letzten zwölf Monate", sagte Wohlrabe. "Die Entwicklung ist dramatisch." Infolge der rasant gestiegenen Baukosten und des wesentlich höheren Zinsniveaus sind viele Projekte, die Anfang 2022 noch rentabel waren, aktuell nicht mehr finanzierbar.

Die Umfrage wurde noch vor dem Wohnungsbaugipfel Ende September erhoben, bei dem Bundesregierung und Vertreter der Baubranche zusammenkamen. Dabei wurden 14 Maßnahmen beschlossen, darunter eine großzügigere Ausgestaltung der Regeln für Abschreibungen. "Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Maßnahmen den Wohnungsbau beleben können", sagte Wohlrabe. "Die Rahmenbedingungen für den Neubau sind jedenfalls mehr als schwierig."

Entsprechend schlecht ist die Stimmung auch in den Unternehmen: Das Ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau notiere mittlerweile auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung 1991, sagte Wohlrabe. Das Barometer liegt aktuell bei minus 54,8 Punkten. "Kurzfristig ist keine Besserung in Sicht und es bleibt abzuwarten, ob die Talsohle bereits durchschritten ist" so die Ifo-Forscher. Mittelfristig werde vor allem entscheidend sein, wie sich die Leitzinsen entwickeln.

Quelle: ntv.de, RTS

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