Geschätzte Zahl sinkt um 40.000 Ifo: Weniger Kurzarbeiter trotz schwacher Konjunktur

Die Zahl der Kurzarbeiter ist trotz der allgemein schwachen Konjunktur weiter gesunken. 110.000 Menschen bezogen im August Kurzarbeitergeld, im Mai waren es noch 150.000, wie das Münchener Ifo-institut mitteilte. "Eine Rolle mag dabei spielen, dass die erleichterten Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld Ende Juni ausgelaufen sind", erklärte ifo-Arbeitsmarktforscher Sebastian Link.
Die meisten Kurzarbeiter entfallen demnach auf die Industrie. Dort gingen die Zahlen von 118.000 im August auf 89.000 im Mai zurück. In einzelnen Branchen gab es aber auch Anstiege, etwa in der Metallerzeugung und im Maschinenbau. "Interessanterweise spielt die Kurzarbeit auf dem Bau trotz der extrem schlechten Stimmung bislang keine Rolle", erklärte Link. Die geschätzte Zahl der Kurzarbeitenden sank dort demnach von 8000 auf 7000.
Besonders viel Kurzarbeit gibt es in der Regel bei zeitweisem Auftragsmangel. Beschäftigte erhalten dann staatliches Kurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes für nicht gearbeitete Stunden. Die Bundesregierung hatte den Zugang dazu zunächst wegen der Corona-Pandemie gelockert. Im April 2020 erreichte die Kurzarbeit mit sechs Millionen Beschäftigten ihren bisherigen Höchststand.
Das Ifo-Institut gibt die Zahl der Kurzarbeitenden als Schätzung auf Grundlage seiner Konjunkturumfragen und Zahlen der Bundesagentur für Arbeit an.