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Vorwurf der TerrorverherrlichungIranerin in Paris verurteilt – Gefangenenaustausch mit zwei festgesetzten Franzosen denkbar

26.02.2026, 16:55 Uhr
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Die Iranerin Mahdieh Esfandia (r.) wurde in Paris zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. (Foto: picture alliance / SIPA)

Eine Iranerin, die Teil eines Gefangenenaustauschs mit zwei festgesetzten Franzosen im Iran werden könnte, ist wegen Terrorverherrlichung schuldig gesprochen worden.

Ein Pariser Gericht verhängte eine vierjährige Haftstrafe, davon drei Jahre auf Bewährung gegen Mahdieh Esfandiari, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Außerdem wird sie demnach des Landes verwiesen. Dem Sender France Info zufolge will die Frau gegen das Urteil in Berufung gehen.

Esfandiari stand wegen mehrerer antisemitischer Nachrichten in den sozialen Netzwerken aus den Jahren 2023 und 2024 vor Gericht. Laut Anklage standen diese mit dem terroristischen Angriff der Hamas in Israel vom 7. Oktober 2023 in Zusammenhang. Sie selbst hatte vor Gericht bestritten, die Nachrichten verfasst zu haben, berichtete die Zeitung "Le Parisien".

Die Frau war im Oktober nach acht Monaten Untersuchungshaft unter Justizauflagen freigekommen. Beobachtern werteten dies als Zugeständnis, auf das zwei Wochen später die Entlassung eines französischen Lehrerpaars aus iranischer Haft folgte. Die beiden Franzosen befinden sich seitdem in der französischen Botschaft in Teheran, können das Land bisher aber nicht verlassen. Mehrfach war über einen Austausch der beiden gegen Esfandiari spekuliert worden.

Das französische Lehrerpaar Cécile Kohler und Jacques Paris war 2022 im Iran festgenommen und im Oktober wegen angeblicher Spionage für Israels Geheimdienst zu 17 und 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorfall hatte die Beziehung zwischen Paris und Teheran schwer belastet.

Quelle: ntv.de, dpa

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