Kauf in MilliardenhöheKlingbeil: U-Boot-Auftrag aus Kanada ist wichtiges politisches Signal

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Entscheidung Kanadas für den Kauf von U-Booten des deutschen Rüstungskonzerns TKMS als großen Erfolg für den Industriestandort Deutschland bewertet.
Die Entscheidung stärke den Werft-Standort Wismar in Mecklenburg-Vorpommern erheblich, sichere Beschäftigung und gebe Perspektiven für neue Arbeitsplätze, sagte Klingbeil. Die gesamte Bundesregierung, darunter Kanzler Friedrich Merz (CDU), habe sich intensiv für den Abschluss eingesetzt. Er selbst habe Anfang Mai in Toronto bei Ministerpräsident Mark Carney und seinem kanadischen Finanzministerkollegen für das Geschäft geworben.
Um den am Montagabend mitgeteilten Milliardenauftrag hatte sich die Bundesregierung bei zahlreichen Besuchen in Kanada bemüht. Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) war im Auftrag des Kanzlers mehrfach dort. Dabei ging es auch um die Zusammenarbeit bei Rohstoffen und in der Automobilindustrie, aber auch um die Lieferung von Flüssigerdgas. Der verstaatlichte deutsche Energiekonzern Sefe hatte im Mai eine Absichtserklärung zum Kauf von Flüssigerdgas aus Kanada unterzeichnet.
Auch Klingbeil will die Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb der Europäischen Union (EU) vertiefen. Bundeskanzler Merz werde am Rande des Nato-Gipfels in Ankara mit dem kanadischen und norwegischen Ministerpräsidenten über die politische Bedeutung des U-Boot-Deals sprechen, der alle drei Länder umfasst. Deutschland habe sich in einem harten Konkurrenzkampf mit Südkorea durchgesetzt. Kanada hatte am Montag mitgeteilt, dass TKMS bis zu zwölf U-Boote bauen solle.