HDE-UmfrageMehrheit der Einzelhändler erwartet sinkende Umsätze

Die Mehrheit der deutschen Einzelhändler rechnet in diesem Jahr mit sinkenden Einnahmen.
65 Prozent erwarten Umsätze leicht oder deutlich unter dem Vorjahresniveau, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Dienstag zu einer Umfrage unter 600 Unternehmen mitteilte. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei 53 Prozent. Nur 18 Prozent gehen von Umsatzsteigerungen im Vergleich zu 2025 aus. Der HDE hält deshalb an seiner Prognose fest. Demnach dürfte der Branchenumsatz in diesem Jahr um zwei Prozent auf 697,4 Milliarden Euro steigen. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.
"Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen", sagte HDE-Präsident Alexander von Preen in Berlin. "Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war." Der HDE-Umfrage zufolge bewerten 42 Prozent der befragten Handelsunternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln der Befragten hat sie sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschlechtert. 69 Prozent berichten von gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Gewinnen.
"Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen", sagte von Preen. Der Einzelhandel sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine Säule für die gesamte Gesellschaft. Auch deshalb müsse die Politik die Rahmenbedingungen verbessern.
Der HDE warnte ausdrücklich vor einer Abschaffung von oder Verschlechterungen bei den Minijobs. "800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen", sagte von Preen. "Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen." Darüber hinaus brauche es einen verbindlichen Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten.