Kurznachrichten

MobilitätMöglicher Italo-Einstieg: Deutsche-Bahn-Chefin Palla warnt vor "ungesteuertem Wettbewerb"

02.06.2026, 08:39 Uhr
Bahnchefin-Palla-Angebote-machen-wir-kuenftig-nur-noch-wenn-wir-damit-auch-Geld-verdienen
(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Bahn-Chefin Evelyn Palla hat angesichts des geplanten Einstiegs des italienischen Bahnkonzerns Italo in den deutschen Markt vor "ungesteuertem Wettbewerb" gewarnt.

Dass sich mit Italo "ein neuer Wettbewerber am Markt" ankündige, sei zwar eine gute Nachricht, sagte Palla am Montagabend vor Journalisten in Berlin. Wettbewerb belebe das Geschäft – sei aber "kein Selbstzweck". Es müsse darauf geachtet werden, dass die Vorteile nicht nur "bei einigen wenigen in den Metropolen" ankommen.

"Wir müssen achtsam sein, dass am Ende nicht auf einigen wenigen Strecken ein neuer Anbieter fährt, während wir in der Fläche Verbindungen verlieren", sagte Palla. Dafür brauche es "neue und bessere politische Rahmenbedingungen", sonst drohe "ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken".

Die Herausforderung "von Seiten der Politik besteht deshalb darin, auch mit mehr Wettbewerb ein verlässliches und vertaktetes Gesamtsystem für alle Menschen in Deutschland auch in der Fläche aufrechtzuerhalten", fuhr die Bahn-Chefin fort. Der eigentliche Engpass in Deutschland sei nicht der Wettbewerb, sondern die Infrastruktur.

Der italienische Bahnkonzern Italo will ab 2028 in den deutschen Markt einsteigen. Dafür stellt das Unternehmen aber Forderungen: So will Italo laut einem Bericht des "Spiegel" Sonderkonditionen: einen "festgelegten Mindestanteil an Kapazitäten". Der Chef der Infrastrukturgesellschaft der Bahn, Philipp Nagl, hatte sich am Wochenende gegen solche Sonderkonditionen ausgesprochen.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales