Für FusionsreaktorMünchner Kernfusions-Startup Proxima bekommt 411 Millionen Euro

Das Münchner Kernfusions-Startup Proxima Fusion hat bei einer Finanzierungsrunde 411 Millionen Euro eingeworben und dabei eine Bewertung von mehr als 2,4 Milliarden Euro erreicht.
Damit sei man das bestfinanzierte Kernfusionsunternehmen Europas und zähle zu den höchstbewerteten Branchenvertretern weltweit, teilte Proxima in München mit. Zudem sei mit diesen Zusagen privater Investoren unter Führung von XTX Ventures und East X Ventures eine Bedingung für eine Förderung durch den Freistaat Bayern in Höhe von weiteren 400 Millionen Euro erfüllt.
Im Wettlauf mit Rivalen aus den USA und China will Proxima in rund fünf Jahren ein Pilotkraftwerk vorstellen. Mit Hilfe der Investoren RWE und Google soll in den 2030er Jahren anschließend eine kommerzielle Magnetfusionsanlage auf dem Gelände des früheren RWE-Kernkraftwerks in Gundremmingen bei Augsburg in Betrieb gehen. Dafür hatten Bayern, RWE und Proxima im Februar eine Absichtserklärung unterzeichnet. Beteiligt ist auch das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, aus dem das Startup hervorgegangen ist. Proxima hat rund 200 Beschäftigte.
Anders als in traditionellen Kernkraftwerken soll bei der Kernfusion Energie nicht aus der Spaltung, sondern aus der Verschmelzung von Atomen gewonnen werden. Als Vorzüge nennt die Branche, dass dafür keine gefährliche Kettenreaktion notwendig ist und dass der Abfall weniger lang und weniger stark strahlt. Allerdings steckt die Technologie noch in der Entwicklungsphase.
Die Bundesregierung hat zum Ziel erklärt, dass der erste Fusionsreaktor der Welt in Deutschland gebaut werden soll, um eine weitere Energiequelle zu erschließen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Kernfusion zu einem der wichtigsten Forschungsgebiete in seinem Bundesland erklärt. Die bayerischen Proxima-Konkurrenten Marvel und Gauss zählen ebenfalls zu den Vorzeigeunternehmen der Branche.