Mehr als 900 FestnahmenPlünderungen bei Demo gegen illegale Einwanderung in Südafrika

Nach fremdenfeindlichen Demonstrationen in Südafrika mit tausenden Teilnehmern hat die Polizei mehr als 900 Menschen festgenommen.
Der Großteil der Festgenommenen seien Ausländer ohne gültige Papiere und südafrikanische Plünderer, teilte die südafrikanische Polizei am Mittwoch mit. Den Behörden zufolge verliefen die meisten der 120 Protestmärsche im ganzen Land am Dienstag friedlich, nur bei zwölf musste die Polizei eingreifen.
Vielerorts kam es im Zuge der Proteste zu Plünderungen. In Clermont außerhalb der Stadt Durban im Osten des Landes raubten Demonstranten unter anderem Lebensmittel, Elektrogeräte, Baumaterial und Kleidung, wie Ladenbesitzer berichteten. "Wir sind in diesem Land nicht illegal, aber sie haben einfach angefangen zu plündern", sagte der 29-jährige Ladenbesitzer Mohammed Abdul aus Somalia, der seit elf Jahren in der Gegend lebt. "Ich hatte Angst und fühlte mich verraten." Die Demonstranten hätten sie "angeschrien und uns auf Zulu beschimpft".
Am Dienstag waren Tausende Südafrikaner landesweit auf die Straße gegangen, um die Ausweisung von illegalen Migranten zu verlangen. Sie folgten damit der Aufforderung eines Bündnisses aus kleineren Parteien und Bürgerinitiativen, das Ausländern ohne gültigen Papieren eine inoffizielle Frist bis zum 30. Juni für die Ausreise gesetzt hatte.
Nach teils gewaltsamen Unruhen ist die Lage in Südafrika seit Wochen angespannt. Bei einwandererfeindlichen Ausschreitungen kamen mindestens vier Menschen ums Leben, ein Malawier, zwei Mosambikaner und ein Äthiopier. Südafrika ist eines der wohlhabendsten Länder des Kontinents und zieht viele Arbeitsmigranten an, während es selbst mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 30 Prozent und hohen Verbrechenszahlen zu kämpfen hat.