Wegen "außerplanmäßiger Wartung"Russland räumt erstmals gesunkene Ölförderung ein

Russland hat erstmals offiziell einen Rückgang seiner Ölförderung eingeräumt.
"Die derzeitige Produktion ist in der Tat etwas niedriger als zu Beginn des Jahres", sagte der für Energiefragen zuständige stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg zu Journalisten. "Das liegt daran, dass einige unserer Ölraffinerien derzeit außerplanmäßig gewartet werden." Einen Grund für diese Arbeiten nannte Nowak nicht. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Raffinerien in den vergangenen Monaten jedoch verstärkt, was zu erheblichen Produktionsausfällen führte.
Sobald die Raffinerien wieder voll betriebsbereit seien, solle die Produktion wieder steigen und auf ihr früheres Niveau zurückkehren. "Natürlich nutzen wir unsere Exportinfrastruktur mit voller Kapazität", sagte Nowak. Russland hatte die Veröffentlichung von Daten zur Ölproduktion im April 2023 eingestellt, gut ein Jahr nach Beginn seines Krieges gegen die Ukraine.
Während Russland bei seinen Angriffen vor allem die ukrainische Energieversorgung ins Visier nimmt, greift die Ukraine seit Monaten verstärkt russische Ölanlagen an. Sie will damit eine wichtige Einnahmequelle der russischen Führung zur Finanzierung ihres Angriffskriegs schwächen.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) sank die russische Rohölproduktion im April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 460.000 Barrel pro Tag auf rund 8,8 Millionen Barrel. Nowak betonte zudem die anhaltende Bedeutung des Ölkartells Opec+ für den Weltmarkt, trotz des Austritts der Vereinigten Arabischen Emirate. "In jedem Fall helfen die Opec und unsere Vereinbarungen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben, Schwankungen auf den globalen Märkten zu glätten", sagte er.
Russland hat in dieser Woche angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und andere Energieinfrastruktur die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. November verboten. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten, teilte die Regierung mit. Russland exportiert Kerosin hauptsächlich per Bahn nach Zentralasien, insbesondere nach Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Zuvor war bereits die Ausfuhr von Benzin eingeschränkt worden.