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"Tagor" am Sonntag gestopptTanker der russischen Schattenflotte vor Frankreichs Küste eingetroffen

02.06.2026, 13:02 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/AFP)

Ein von der französischen Marine im Atlantik aufgebrachter Tanker der russischen Schattenflotte ist heute vor der französischen Küste eingetroffen.

Er befindet sich in der Bucht von Douarnenez in der Bretagne, wie ein AFP-Journalist beobachtete. Der mit Sanktionen belegte Frachter soll mit Blick auf die laufenden Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft zunächst festgehalten werden. Der Tanker "Tagor" war am Sonntagmorgen mehr als 700 Kilometer vor der Küste mit Unterstützung Großbritanniens und weiterer Partner gestoppt worden. Es war die vierte Festsetzung dieser Art durch Frankreich im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Macron postete ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Soldat von einem Hubschrauber auf das Deck des Schiffes abgeseilt wird.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fehlenden Nachweises der Nationalität des Schiffes und der Weigerung, einer Aufforderung Folge zu leisten. Der russische Kapitän des Schiffes habe mehrfach Aufforderungen der französischen Marine ignoriert, erklärte der Staatsanwalt von Brest, Stéphane Kellenberger. Der Kreml bezeichnete das Vorgehen der französischen Marine als "illegale Aktion, die an internationale Piraterie grenzt".

Das Schiff war unter kamerunischer Flagge vom russischen Murmansk Richtung Kamerun unterwegs. Die Montego-Bay-Konvention erlaubt bei Verdacht auf eine falsche Flagge die Kontrolle eines Frachters auf hoher See. Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches oder iranisches Öl zu transportieren. Laut der Website Opensanctions.org soll er mit dem iranischen Öl-Magnaten Mohammed Hossein Schamchani in Verbindung stehen. Zum Zeitpunkt seiner Kontrolle durch die französische Marine sei der Tanker nahezu leer gewesen.

Frankreich hatte zuletzt im März einen Tanker aus der russischen Schattenflotte festgesetzt. Das im Mittelmeer festgesetzte Schiff "Deyna" hatte im April nach Zahlung einer Geldsumme seine Fahrt fortgesetzt. Die französische Regierung hatte damals angekündigt, die Strafen für das Fahren unter falscher Flagge zu verdoppeln. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen dieser Flotte umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur Schattenflotte.

Quelle: ntv.de, AFP

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