Kurznachrichten

145 Millionen Euro benötigtUNO: Mehr als 500.000 Kinder im Jemen von akuter Mangelernährung betroffen

25.03.2025, 18:31 Uhr
34725345
(Foto: picture alliance / dpa)

Im Jemen sind nach Angaben der UNO mehr als eine halbe Million Kinder von schwerer akuter Mangelernährung betroffen. Wie das Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag mitteilte, ist in dem Land jedes zweite Kind unter fünf Jahren akut mangelernährt. Mehr als 537.000 von ihnen leiden demnach an schwerer akuter Mangelernährung - ein Zustand, der laut Unicef "qualvoll, lebensbedrohlich und völlig vermeidbar" ist.

"Mangelernährung schwächt das Immunsystem, hemmt das Wachstum und raubt Kindern ihr Potenzial", erläuterte der Unicef-Vertreter im Jemen, Peter Hawkins. Für die Kinder im Jemen handele es sich daher "nicht nur um eine Gesundheitskrise, sondern für Tausende gleicht dies einem Todesurteil".

Ebenso besorgniserregend sei, "dass 1,4 Millionen schwangere und stillende Frauen mangelernährt sind", sagte Hawkins. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei mittlerweile auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Krise im Jemen sei "von Hunger, schwerer Not und einer zunehmend besorgniserregenden Eskalation geprägt".

Im Jemen bekämpft die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz seit Jahren die international anerkannten Regierung, seit 2014 kontrolliert sie unter anderem die Hauptstadt Sanaa. 2015 begann ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis, zugunsten der Regierungstruppen in der Konflikt einzugreifen. Der Konflikt in dem ärmsten Land der arabischen Halbinsel und seine Folgen gehören nach UN-Angaben zu den schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit.

Unicef bleibe trotz "unglaublich schwieriger und oft gefährlicher Bedingungen" vor Ort, sagte Hawkins. Um den jemenitischen Kinder weiter helfen zu können, braucht Unicef in diesem Jahr nach eigenen Angaben zusätzlich umgerechnet 145 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, afp

Regionales