1,6 Millionen Menschen betroffenUNO bittet um 333 Millionen Dollar Hilfen für Myanmar nach Zyklon "Mocha"

Die Vereinten Nationen haben zur Einrichtung eines Notfallfonds über 333 Millionen Dollar (rund 309 Millionen Euro) für Betroffene des Zyklons "Mocha" in Myanmar aufgerufen. Mit den Hilfsgeldern sollten 1,6 Millionen Menschen unterstützt werden, die unter den Folgen des Wirbelsturms leiden, teilte die UNO mit. Nach Angaben der Militärjunta in Myanmar hatte "Mocha" Mitte Mai 148 Menschen getötet, viele Gebäude stürzten ein.
Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erklärte, mit den Hilfsgeldern sollten sichere Unterkünfte, medizinische Versorgung, Essen und sauberes Wasser finanziert werden, bevor in Myanmar die Regenzeit beginne. "Wir befinden uns im Wettlauf gegen die Zeit, um Menschen sichere Unterkünfte in allen betroffenen Gemeinden zur Verfügung zu stellen und die Ausbreitung von durch Wasser übertragenen Krankheiten zu verhindern", erklärte der UN-Vertreter Ramanathan Balakrishnan.
Mehr als 200 Millionen Dollar der Hilfsgelder könnten aus dem humanitären Hilfsprogramm für Myanmar für dieses Jahr kommen, teilte das UN-Büro mit. Zusätzlich hofft es auf weitere 122 Millionen Dollar, um neue Hilfsmaßnahmen für die vom Zyklon Betroffenen zu unterstützen. Balakrishnan sagte vor Journalisten, die UNO hoffe darauf, die Hilfen schon bald in betroffenen Gemeinden im Bundesstaat Rakhine verteilen zu können.
Erst am Montag hatte das Welternährungsprogramm angekündigt, dass die Essensration für rund eine Million Rohingya-Flüchtlinge in Myanmars Nachbarland Bangladesch wegen einer Finanzierungslücke zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten gekürzt werde.
"Mocha" war am 14. Mai als Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 über Myanmar und das benachbarte Bangladesch hinweggezogen. Während der Sturm die riesigen Rohingya-Flüchtlingslager in Bangladesch weitgehend verschonte, wird das Ausmaß der Schäden in Rakhine erst nach und nach deutlich. Dort hatten Vorsteher von zwei Rohingya-Dörfern der Nachrichtenagentur AFP von mehr als 100 Toten und hundert weiteren Vermissten berichtet.