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Beschränkungen für FrauenUNO setzt Arbeit an Grenze zwischen Afghanistan und dem Iran aus

04.11.2025, 19:38 Uhr
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(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Wegen weiterer Arbeitsbeschränkungen für afghanische Frauen durch die Taliban-Machthaber haben die Vereinten Nationen ihre Arbeit an der Grenze zwischen Afghanistan und dem Iran vorerst eingestellt. "Die UNO und ihre humanitären Partner haben heute ihre Maßnahmen am Grenzübergang Islam Kala zwischen Afghanistan und dem Iran ausgesetzt", sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Afghanistan, Indrika Ratwatte, am Dienstag.

Die Einführung zusätzlicher Beschränkungen mache es Mitarbeiterinnen unmöglich, an der Grenze zu arbeiten, fügte der UN-Koordinator an. "Ohne Mitarbeiterinnen können wir zurückkehrende Frauen und Kinder nicht gemeinsam unter würdigen und respektvollen Bedingungen betreuen." Er ging nicht näher auf die Beschränkungen ein, warnte jedoch, dass diese "unmittelbare, operative Herausforderungen" mit sich brächten und "zusätzliche Risiken für Rückkehrer, insbesondere für Frauen und Mädchen", darstellten.

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus UN-Kreisen erfuhr, wurde die Entscheidung nach einem Treffen mit Vertretern der Taliban-Regierung getroffen. Die afghanischen Behörden äußerten sich auf Anfrage der AFP zunächst nicht. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hatte bereits zuvor seine Unterstützung für zurückkehrende Afghanen ausgesetzt. Das Hilfswerk berief sich auf "Anweisungen der De-facto-Behörden", die afghanische Mitarbeiterinnen an der Arbeit hindern würden. Die Taliban hatten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bereits 2022 die Zusammenarbeit mit afghanischen Frauen verboten. 2023 weiteten sie die Maßnahme auf UN-Behörden aus, tolerierten jedoch die Beschäftigung von Frauen in bestimmten Bereichen oder die Arbeit im Homeoffice. Seit zwei Monaten müssen alle afghanischen Mitarbeiterinnen der UNO von zu Hause aus arbeiten. NGOs können ihre lokalen Mitarbeiterinnen weiterhin vor Ort einsetzen. Teheran hatte in der Vergangenheit die vier Millionen im Iran lebenden Afghanen zu illegalen Einwanderern erklärt und sie angewiesen, das Land zu verlassen. Auch Pakistan geht gegen Einwanderer aus Afghanistan vor.

Seit Jahresbeginn sind nach UN-Angaben bislang 2,2 Millionen Menschen nach Afghanistan zurückgekehrt, 1,7 Millionen davon allein aus dem Iran. 1,2 Millionen der Rückkehrer überquerten demnach den Grenzübergang Islam Kala zwischen Afghanistan und dem Iran. Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt und von jahrzehntelangem Krieg gezeichnet. Im Sommer 2021 kehrten die radikalislamischen Taliban inmitten des Abzugs westlicher Streitkräfte an die Macht zurück. Sie riefen ein islamistisches Emirat aus und setzen seither eine strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch. Grundrechte, insbesondere Frauenrechte wurden dabei massiv eingeschränkt. Viele Staaten und Organisationen fuhren ihre Hilfe für das Land zurück.

Quelle: ntv.de, AFP

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