Manöver mit RusslandUS-Militärvertreter warnt Peking vor "gefährlichen" Aktionen in Südchinesischem Meer

Die USA haben China vor "gefährlichen" Aktionen im Südchinesischen Meer gewarnt. Der Chef des US-Kommandos für den Indopazifik, Samuel Paparo, habe in einem Videotelefonat mit dem ranghohen chinesischen Armeevertreter Wu Yanan die Bedeutung einer kontinuierlichen Kommunikation zwischen dem US-Militär und der chinesischen Armee hervorgehoben, erklärte die US-Armee. Er habe in dem Gespräch mit Wu aber auch Chinas "unsichere Interaktionen mit US-Verbündeten" in jüngster Zeit angesprochen.
Es handelt sich um das erste Gespräch dieser Art. Paparo appellierte den US-Angaben zufolge an Chinas Armee, "ihren Einsatz gefährlicher, Zwangs- und potenziell eskalierender Taktiken im Südchinesischen Meer und darüber hinaus zu überdenken".
China beansprucht fast das gesamte Seegebiet für sich. Neben den Philippinen erheben jedoch auch Brunei, Indonesien, Malaysia und Vietnam Anspruch auf Teile des Südchinesischen Meeres. Der Ständige Schiedshof in Den Haag hatte 2016 einige der chinesischen Ansprüche für unrechtmäßig erklärt, Peking erkennt das Urteil aber nicht an. Im Südchinesischen Meer kommt es deshalb immer wieder zu Konfrontationen zwischen philippinischen Schiffen und der chinesischen Küstenwache.
Peking sprach mit Blick auf das Videotelefonat zwischen Wu und Paparo von einem "tiefgehenden Meinungsaustausch". Die beiden Militärvertreter hätten "Fragen von gemeinsamem Interesse" besprochen.
Dem Gespräch war Ende August mit der Visite von Jake Sullivan der erste Besuch eines Nationalen Sicherheitsberaters der USA seit 2016 vorausgegangen. Sullivan hatte während seines Besuchs in Peking unter anderem mit Chinas Staatschef Xi Jinping und dem hochrangigen Armeevertreter Zhang Youxia gesprochen. Mit Zhang hatte Sullivan nach Angaben des Weißen Hauses das nun geführte Telefonat von Wu und Paparo verabredet.
Zwischen den USA und China, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, gibt es derzeit viel Konfliktpotenzial: von Handelszöllen über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine bis zu Chinas Auftreten gegenüber Taiwan und im Südchinesischen Meer.